Wenn Gäste kommen

7. Dezember

In diesem Jahr haben wir einen leckeren Gewürzkuchen entdeckt.

Hier das Rezept:
100 g Margarine
250 g Zucker
3 Eier
240 g Mehl
2 gestrichene TL Backpulver
je 1 gestrichenen TL Zimt, Nelken und Ingwer
1/10 l Milch
je 2 gehäufte EL Apfelsinenmarmelade und Mandeln

Zu einem Teig verarbeiten, in eine längliche Form füllen
und ca. 1 Stunde bei 160° backen.

Freude schenken….

6. Dezember, Nikolaustag

Ein Ire starb völig unerwartet und stand dann in einer Reihe mit vielen Menschen vor Petrus am Himmelstor. Er bekam genau mit, wie jemand gelebt hatte, was jemand vorzuweisen hatte. Petrus schlug in seinem dicken Buch nach und sagte zu dem Ersten: „Hier steht: Ich hatte Hunger und du hast mir zu essen gegeben, regelmäßig hast du gespendet für Brot für die Welt. Gut gemacht, ab in den Himmel.“ Zum Zweiten sagte er: „Ich hatte Durst und du hast mir zu trinken gegeben, gut gemacht!“ – Und zum Dritten sagte er: „Ich war krank und du hast mich besucht, du hast dir viel Mühe gemacht mit den Menschen in deinem Umfeld. Ab in den Himmel!“

Der Ire wurde ganz unruhig. Was hatte er denn vorzuweisen? Dann war er an der Reihe. Petrus blätterte in seinem dicken Buch, schaute ihn an und sagte: „Da steht nicht viel geschrieben, aber etwas Gutes hast auch du getan. Hier steht: Ich war traurig, niedergeschlagen und mutlos – und du bist gekommen und hast mich aufgemuntert durch deine Zuversicht und deine Fröhlichkeit. Ab in den Himmel!“ Und der Ire machte einen Freudensprung durchs Himmelstor.

Das ist eine schöne Gabe, wenn wir jemanden aufheitern können, ihn rausholen können aus seinen Grübeleien, sein Herz erleichtern. Von Mutter Teresa stammt der Satz: „Lass nicht zu, dass du jemandem begegnest, der nach der Begegnung mit dir nicht fröhlicher geworden ist!“

Nikolaus war Bischof in der Stadt Myra, in der heutigen Türkei. Er war für seine Hilfsbereitschaft bekannt. Er schenkte, wo immer er konnte. In ihm leuchtete etwas auf von Gottes Freundlichkeit. Schenken macht reich und glücklich, so hat es der bis heute populäre Heilige erfahren.

Zauber der Weihnacht

5. Dezember

In diesem Jahr findet zum 14. Mal am und im Schloss Bückeburg der „Weihnachtszauber“ statt. Stimmungsvoll, mit allem,
was Menschen mit Weihnachten assoziieren:
Düfte, Musik, Herrnhuter Sterne, Dekoration, Glühwein und Eiergrog, Engel, Illumination, Gebäck, Textilien und Kunst, Geschenkideen für Groß und Klein.
All das ist schön anzusehen.

Der Zauber der Weihnacht, das Geheimnis von Weihnachten, ist noch etwas anderes! Wie können wir Worte finden für das, was unsagbar ist, größer als unser Denken und Verstehen?
Ich versuche es so: Gott bleibt nicht im Himmel, weit weg von uns.
Er ist mittendrin, kommt als Mensch in diese Welt!
Egal, wohin wir gehen, er ist längst da – mit seinem Geist und seiner Kraft, mit seinem Frieden und Segen.
Wir sind nicht allein mit unserem Wünschen und Gestalten, mit Versuchen und Fragen, mit Lieben und Abschied nehmen, mit Scheitern und Kämpfen, jugendlichem Schwung und Altwerden, zwischen Halleluja und Kyrie eleison.

Ich wünsche uns, dass uns der Zauber der Weihnacht berührt und froh macht!

Weihnachtszauber Gänse und Weihnachtsmänner

Es muss nicht bleiben wie es ist

4. Dezember

Ein junger Elefant wird an einem Pflock festgebunden. So sehr er sich auch anstrengt und zieht und wütend stampft und tönt, er kommt nicht los von seinem Pflock, der fest in der Erde steckt. Erschöpft schläft er ein. Am nächsten Tag versucht er wieder, sich zu befreien, und am nächsten Tag wieder, und am übernächsten Tag wieder. Eines Tages akzeptiert er sein Angebundensein und fügt sich in sein Schicksal.

Und wenn der Elefant groß geworden ist, riesig, dann läuft er nicht mehr weg, obwohl er könnte. Weißt du warum? Die Erfahrung, ohnmächtig zu sein und unfrei, hat sich tief in seinem Gedächtnis festgesetzt. Nie wieder hat er versucht, seine Kraft auf die Probe zu stellen.
So beschreibt es sinngemäß Jorge Bucay, ein argentinischer Psychotherapeut, in seinem Buch „Komm, ich erzähl dir eine Geschichte“, erschienen im Fischer-Verlag. Und er sagt: „Wir bewegen uns in der Welt, als wären wir an Hunderte von Pflöcken gekettet. Wir glauben, einen ganzen Haufen Dinge nicht zu können, bloß weil wir sie ein einziges Mal, vor langer Zeit, damals, als wir noch klein waren, ausprobiert haben und gescheitert sind.“

Heute ist Barbara-Tag. Wir denken an eine Frau, die für ihre Freiheit gekämpft hat – gegen einen Vater, der sie in einem Turm eingesperrt hatte. Wir denken daran, dass Menschen, die verstummt sind, neue Worte finden können. Menschen, die unter Druck stehen, können eine nie geahnte Gelassenheit entdecken. Menschen, die sich nichts zutrauen, können kleine Erfolge feiern, nachdem sie etwas gewagt hatten.
Am Barbara-Tag holen Menschen Zweige von Kirsch- oder Apfelbäumen, von Forsythien aus dem Garten und stellen sie an einen warmen Platz in der Wohnung. Neues Leben kann aufblühen, auch da, wo wir es nicht für möglich halten, wo wir uns abgefunden haben mit dem, was ist! Überraschungen und Befreiungen sind möglich. Durch und mit Gott!

Beziehungs – weise

„Urteile nie über einen Menschen, bevor du nicht 24 Stunden lang in seinen Mokassins gelaufen bist“. Dieses Sprichwort kommt von den Indianern.

Wir können lange darüber nachdenken und es beherzigen, wenn wir Menschen begegnen. Jeder möchte geliebt, geachtet, gelobt und verstanden werden. Hinter jeder Wut steckt ein Mensch, der um Hilfe ruft. Die Aggressiven haben Angst, die Zicken ein Defzit an Liebe. Jeder hat seine Geschichten aus 1001 Nacht im Gepäck, Sehnsüchte, Erfolge, Verletzungen, Handicaps und Kummer.

Bevor ich meine Kommentare abgebe über einen Menschen, möchte ich mich erst einmal innerlich voller Hochachtung vor dem Geheimnis des anderen verbeugen. Ich möchte genau hinschauen und hinhören, aber nicht urteilen. Was weiß ich denn schon!!

Damit uns die Puste nicht ausgeht

Es war kurz vor Weihnachten. Das Thermometer zeigte minus 21°. Wir saßen im Flugzeug mit dem Ziel Stockholm. Die Stewardess machte uns mit den Sicherheitsvorkehrungen an Bord vertraut. Falls während des Flugs passieren sollte, was hoffentlich nicht passieren wird, sollten wir die Sauerstoffmasken anlegen und ruhig und tief atmen. Und wenn wir das erledigt haben, könnten wir auch noch den Banknachbarn helfen. Danach!!

Das leuchtet ein! Wir müssen erst dafür sorgen, dass wir selbst genug innere und äußere Kraft zur Verfügung haben. Wenn das sicher gestellt ist, dann können wir anderen Menschen viel geben, dann können wir anderen Menschen viel sein. Die Reihenfolge ist wichtig, damit uns nicht die Puste ausgeht. Das hat nichts mit Egoismus zu tun, das ist ein Lebensgesetz.

Wie viel Kluges hatte ich schon zu diesem Thema gelesen, zu „Work-Life-Balance“, zum Gleichgewicht von Tun und Lassen, Geben und Empfangen. In 10 000 m Höhe habe ich es völlig neu verstanden, es wurde auf einmal existentiell wichtig. Erst sich selbst mit Sauerstoff versorgen, danach können wir für die anderen da sein und anpacken, was zu tun ist.

Übrigens – was ich noch sagen wollte

Wir machen viele Worte und gleichzeitig bleibt wichtiges ungesagt zwischen uns Menschen.
Ich habe manches Mal nach einer Begegnung das Gefühl, dass ich noch enmal umkehren, anrufen oder schreiben möchte, unter der Überschrift: „Übrigens, was ich noch sagen wollte….“
Noch einmal etwas vertiefen und persönlicher werden. Ich möchte dem anderen einen Blick in mein Herz gewähren. Vielleicht werde ich dabei verlegen und unsicher, womöglich bekomme ich einen roten Kopf und meine Stimme zittert, aber was soll’s.

Es wird vieles nicht gesagt zwischen uns. An Dank und Klärung, an Geständnis, Bitte und Lob. „Übrigens, was ich noch sagen wollte….!“ Wie viel Menschlichkeit geht dieser Welt verloren, weil wir etwas von uns zurückhalten. Manche Laudatio, die am Ende eines Lebens gehalten wird, könnten wir doch schon jetzt beginnen.

Liebe wirkt über Grenzen hinweg

3. Dezember 2015

Navid Kermani ist ein deutsch-iranischer Schriftsteller. Er hat in diesem Jahr den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels bekommen. Nach seiner Rede zur Verleihung des Preises in der Frankfurter Paulskirche verzichtete er auf Applaus und endete mit einem bewegenden Aufruf. Er lud ein zum Gebet. Die geladenen Gäste waren sichtlich überrascht, einigen standen Tränen in den Augen..
„Es gibt Hoffnung. Es gibt immer Hoffnung. Liebe wirkt über Grenzen hinweg. Und wenn sie nicht religiös sind, dann seien sie mit ihren guten Wünschen dabei. Beten heißt, seine Wünsche und Gedanken an Gott richten.“

Wir feiern Advent und Weihnachten 2015 nicht in einer heilen Welt. Ganz im Gegenteil. Es gibt viel zu bedenken, vieles, was uns aufwühlt und Sorgen bereitet.
Ich stelle mir vor, 500 000 LandFrauen in Deutschland würden eine Kerze auf die Fensterbank in der Küche stellen und würden ihre guten Wünsche und Gebete auf Reisen schicken, für ihr persönliches Umfeld, bis hin zu denen, die Verantwortung tragen in Berlin, Paris, Washington, Moskau, Jerusalem, Damaskus und Peking. Trauen wir Gott etwas zu, an den wir unsere Wünsche und Gebete richten.

Da geht (noch) was

2. Dezember

Christine Westermann ist Jahrgang 1948, bekannt durch die Sendung „Zimmer frei“ mit Götz Alsmann.
In ihrem Buch „Da geht noch was – Mit 65 in die Kurve“ schreibt sie offen, authentisch und humorvoll über das Älterwerden, über „Flatterarme“ und Achtsamkeit.
In Stommeln bei Köln hat sie aus ihrem Buch gelesen und uns Zuhörerinnen drei wesentliche Punkte mit auf den Weg gegeben:

1. Denk nicht darüber nach, was andere Leute über dich denken – und vor allem: lass dich davon nicht bestimmen. Also: Verabschiede dich von dem berühmten Satz „Was sagen denn die Leute?“ und geh den Weg, den du für dich als richtig und stimmig erkannt hast!
2. Das Leben findet JETZT statt. Nutz die geschenkte Zeit und sei achtsam mit allem, was dir begegnet.
3. Verabschiede dich von deinen Vorurteilen über andere Menschen. Nimm sie an, wie sie sind. Sei offen dafür, dass sie dich überraschen mit Seiten, die du nie in ihnen vermutet hattest.

Die Adventszeit ist eine Chance, mit diesen drei Anregungen zu experimentieren. Zugegeben: Das ist alles nicht neu, es möchte aber immer neu bedacht und gelebt werden, damit Veränderungen möglich werden in uns und um uns herum.

Champignon-Quiche

Für den Teig:
250 g Mehl, 150 g Butter, 2 Eier, 1 Prise Salz, 1 TL Backpulver
Teig eine halbe Stunde stehen lassen, 5 Minuten vorbacken

Für den Belag:
2 Zwiebeln, 400 g Champignons, 250 g Schnittkäse, 250 g gekochten Schinken,
in Butter anbraten
1/4 Liter Sahne, 1/4 TL Salz, 1/4 TL Pfeffer, 1/4 TL Muskat, 3 Eier

Bei 200° 50 Minuten in den Backofen