LandFrauen-Lichtblick

Sie überraschen mich immer wieder mit ihrer Kreativität. LandFrauen aus dem Verein Rehren-Idensen (Kreis Schaumburg) bieten jeden Dienstag in dieser verrückten Zeit einen Lichtblick an. Das ist preisverdächtig!!

Über 100 Frauen aus dem Verein (und einige Freundinnen, Interessierte etc.) haben sich in einer internen WhatsApp-Gruppe angemeldet. Einmal in der Woche gibt es einen Beitrag: Rezepte, Lieder, Bastelideen, Fotos, Hinweise auf Ausflugsziele und Veranstaltungen, etwas zum Schmunzeln und Besinnen.

Annette Blume, die Vorsitzende des Vereins, hat für das innovative Projekt geworben, das bis zum Juli des Jahres, zum 70-jährigen Vereinsjubiläum, laufen und hoffentlich viel Freude bereiten wird. Gleich der erste Beitrag war ein Genuss. Ein kleiner Film zeigte Impressionen aus der winterlichen Heimat: vertraute Bilder aus den Orten, von Gärten, Höfen und Terrassen. Eine fröhliche Schlittenfahrt gab es zu sehen, bei der vier Schlitten von einem Traktor gezogen wurden (wie früher!). Stimmungsvolle Fotos zeigten Vögel am Futterhaus und „Schnee-Engel“. Und dann waren da noch zwei Flaschen Sekt, im Schnee gekühlt – vielleicht als Einladung: Herzlich willkommen. So, wie LandFrauen eben sind!

Frauen zwischen 19 und weit über 80 haben sich angemeldet. Bestimmt kommen noch viele (auch Nicht-LandFrauen) dazu, die merken: Hier steckt viel Liebe drin, viel Lebenskompetenz und Kreativität. Ich freue mich schon jetzt auf den nächsten Dienstag! Ihr seid spitze!

Bei Anruf: Geschichte

„Das alte Sofa“ bietet 22 amüsante und bewegende Erinnerungsgeschichten vom schönen und manchmal schweren Leben. Viele erzählen aus der Heimat rund um Kleinenbremen, die der Autorin Marlies Kuhlmann viel bedeutet.

Die ehemalige Lehrerin am Rintelner Wirtschaftsgymnasium hat das Schreiben als ihre Profession entdeckt und mittlerweile etliche Bücher veröffentlicht, mit denen sie ihren Lesern viel Freude bereitet.

Eine Idee der Rintelner Koordinatorin Generation 50+, Frau Christel Grannemann-Bülte, hat Marlies Kuhlmann gefallen. In der Corona-Zeit, in der viele ältere Menschen mehr als sonst alleine sind und kaum Gesprächspartner haben, wurde das Angebot „Bei Anruf: Geschichte!“ geboren. An einigen Nachmittagen sind Damen bereit, am Telefon Geschichten vorzulesen. Die ZuhörerInnen können es sich zu Haus bequem machen und niemand schaut auf die Haare, die schon lange auf einen Friseur verzichten mussten. Es gibt ein warmes Getränk, ein paar Kekse und die geliebte Kuscheldecke – ganz nach dem eigenen Gusto.

Marlies Kuhlmann liest gerne vor. Eigene Geschichten wie „Osterfeuer“, „Die Gedanken sind frei“ oder „Brief an Theodor Fontane“ – und auch solche, die von den Anruferinnen gewünscht werden. Im besten Fall ergeben sich rund ums Vorlesen Gespräche über gemeinsame Erinnerungen, Erlebtes und Durchgestandenes. Jemand mag sich etwas vom Herzen reden, was meistens ungesagt bleibt.

Am 17.2. und 24.2. haben Sie die wunderbare Gelegenheit, sich von Marlies Kuhlmann etwas vorlesen zu lassen. Ab 15 Uhr unter der Telefonnummer 05722/24710. Ihr Anruf wird mit Freude erwartet.

Mikro-Abenteuer

NDR – Radio Niedersachsen. Die Zuhörer werden eingeladen, sich „Mikro-Abenteuer“ zu suchen. Spannend! Die Idee geht zurück auf den Hamburger Motivationstrainer Christo Förster. „Es muss nicht die Expedition zum Himalaja sein“, hat er gesagt. Das beruhigt mich schon mal. Selbst wenn Boris Herrmann mich persönlich eingeladen hätte, undercover für ihn in der Kajüte zu kochen, die Weltumseglung wäre auch nichts für mich. Ich bin ein Schisser.

Die Mikro-Abenteuer vom NDR sind kleiner gedacht, wie der Name sagt. Also überlege ich beim Vorbereiten des Mittagessens, was sich in den Schatzkammern meines Inneren verbirgt. Als erstes probiere ich das Rezept vom Blitzbrot aus, das mir eine Freundin empfohlen hat. Es gelingt und schmeckt. Die Abenteuerin verlangt nach mehr. Nach monatelanger Aufschieberei durchforste ich die vier großen Truhen unter der Eckbank. Was da alles zum Vorschein kommt, ist wahrhaft abenteuerlich! Ich rufe jemanden an, den ich noch nie angerufen haben – und löse großes Erstaunen und große Freude aus!

Nach diesen Erfolgserlebnissen werde ich mutig: Ich könnte die Nachbarin mit Glühwein überraschen, die schon zwei Stunden mit Schneeschieben beschäftigt ist. Und: ich könnte meinen Mann bitten, mir die Haare zuschneiden, weil ich nach knapp 3 friseurlosen Monaten nicht mehr unter Menschen gehen mag. Sagen Sie selbst: Mehr Abenteuer geht nicht.

Der Lockdown mutet uns vieles zu! – Aber das mit den Mikro-Abenteuern gefällt mir!

Was ist uns gelungen?

Eine Geschichte von Saat und Ernte hat Pastorin Sabine Schiermeyer in der St. Nikolai – Kirche in Rinteln erzählt. Ich freue mich sehr, dass ich sie an dieser Stelle weitergeben darf, denn sie hat mich sehr berührt:

Eines Tages, und diese Tage werden häufiger, je älter wir werden, fragen wir uns, was uns eigentlich gelungen ist im Leben. Wir haben so viele Möglichkeiten, wir sind frei, uns Dinge vorzunehmen oder auch zu lassen, wir sind frei, innezuhalten und zu fragen: Und – hast du ausgeschöpft, was dir das Leben anbot?

Jesus erzählt vom Sämann. Nur die Älteren kennen heute noch das Bild des Bauern, der langsam die Ackerfurchen abschreitet und mit geübter Hand das kostbare Saatgut auswirft. Alles soll auf guten Boden fallen. Jesu Sämann aber sät schlecht. Zu viele der kostbaren Samen werden auf dem Weg aufgepickt, verdorren auf dem Fels, gehen ein unter Disteln. Aber Jesus gibt ja auch keine Anleitung zu erfolgreichem Ackerbau. Sein Sämann wird durchscheinend für Gott – und für unsere Erfahrungen auf dem Acker der Welt. Wie verschwenderisch streut die Natur in Tier- und Pflanzenwelt Nachkommen und Samen aus – und nur wenige kommen durch. Aber das wenige reicht, damit das Leben siegt. Gott sortiert nicht aus, er rechnet mit Fehlern, Scheitern, erstickendem Unkraut über Lebensmöglichkeiten. Leben ist immer auch Versagen. Es geht nicht alles gut. Wir leben auch mit den Ruinen unserer Vergangenheit. Und können trotzdem zufrieden sein mit dem, was uns gelingt.

Ich höre Jesu Gleichnis zuerst als einen kostbaren Appell an meine Generation. Um die 50 herum erreichen Menschen den Tiefpunkt ihrer Lebenszufriedenheit. In allen Kulturen, unabhängig von Geld oder Status oder Bildung, ist das so. Junge Menschen sind optimistisch, dass sie ihre Lebensziele erreichen. Einen guten Beruf, eine glückliche Familie, eine schöne Wohnung, tolle Reisen …. Und obwohl manches Ziel viel zu hoch gesteckt ist, verlockt es sie, das Leben anzupacken. Und irgendwann summieren sich neben Erfolgen auch die Niederlagen. Menschen merken plötzlich: Ich werde kein Haus mehr bauen. Ich werde nie ein Buch schreiben und nicht auf Weltreise gehen. Die eigene Ehe ist nicht so glücklich wie erhofft. Das Kind ist vielleicht weit weggezogen, um möglichst viel Raum zwischen sich und die Eltern zu bringen. Wir sind so auf Erfolg getrimmt, dass wir es kaum aushalten, unsere Niederlagen anzusehen. Das Unglück klopft an die Tür. Und Jesus sagt: Ein Teil fällt auf guten Boden. Die Körner gehen auf und bringen hundertfachen Ertrag.

Es kommt die Zeit, einfach durch das Älterwerden und die erlebten Enttäuschungen, da erwarten wir nicht mehr so viel. Plötzlich fällt unser Blick auf die Halme, die gewachsen sind. Sie wiegen sich im Wind und zeigen uns in ihren Ähren Hunderte Körner. Der Grauschleier vor unseren Augen versinkt, wir schauen uns in unserem Leben um und sind ganz zufrieden. Hundertprozentiger Ertrag? Ach, ein Viertel Erfolg ist doch auch ganz schön. Wenn Gott es aushält, dass sein Wort und sein Tun nur zu einem Viertel erfolgreich sind – warum sollten wir es nicht auch können und gelassen die Früchte dessen genießen, was uns gelungen und geschenkt ist? Wir sind nicht unsere eigenen Richter. Und auch nicht die Richter anderer. Wir werden bis zu unserem letzten Atemzug nicht die sein, die wir hätten sein können. Gott hält das aus.

Einmal werden wir ihm unser Leben in all seiner Bruchstückhaftigkeit hinhalten. Darauf hoffen, dass er heilt und fertig macht, was uns misslungen ist. Und glauben, dass die Frucht reicht, die aufgegangen ist.

Regenwetter

Wochenmarkt in Bückeburg. Mit zwei gut gefüllten Taschen und einem Schirm stehe ich am Stand meines Lieblings-Obstbauern und lasse mir den kleinen „Vornhäger“ abwiegen. Es regnet in Strömen! Ist ja klar, das Wetter bestimmt an diesem Vormittag die Markt-Gespräche.

Ein sympathischer Mann steht neben mir – mit 2 Meter Abstand und Maske. Er ordert die Äpfel seiner Wahl und sagt ohne Vorankündigung einen goldenen Satz: „Ich freue mich, wenn es regnet, denn wenn ich mich nicht freuen würde, regnet es auch!“ Karl Valentin, dem Münchener Original, war diese Weisheit seinerzeit über die Lippen gekommen.

Die Stimmung wandelt sich. Wir lachen und erklären den Regen zum Freund! Was soll’s! Wir können ihn nicht abstellen. Alles Mäkeln, Motzen und Trübsal blasen ändert nichts. Manches musst du einfach hinnehmen, wie es ist. Was wir verändern können, ist unsere Einstellung zu dem, was ist. Unser inneres Wetter sozusagen. Das bietet eine Menge Spielraum.

Mit nunmehr drei gut gefüllten Taschen und einem Regenschirm war ich etwas gehandicapt. Schade! Mit dem Stimmungsaufheller am Obststand hätte ich gerne einen Kaffee getrunken und geplaudert – 50 m vom Bäcker entfernt.

Lichtfenster

Täglich sterben Hunderte Menschen an den Folgen des Corona-Virus. Jeden Tag infizieren sich Tausende Menschen neu.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hatte eine berührende Idee: Er lädt ein, täglich ab 16.30 Uhr ein Licht ins Fenster zu stellen, als Symbol für ein gemeinsames Gedenken in unserem Land.

In seinem Aufruf schreibt er: „Wir stellen ein Licht ins Fenster. Ein Licht der Trauer, der Anteilnahme, ein Licht des Mitgefühls … Wir stellen ein Licht ins Fenster, weil wir wissen: Überall in unserem Land leiden Menschen … Deutschland stellt ein Licht ins Fenster, weil jedes „Lichtfenster“ uns miteinander verbindet … Unser Licht spendet Wärme. Unser Licht zeigt Mitgefühl in der dunklen Zeit … Stellen wir also ein Licht ins Fenster und geben wir acht aufeinander.“

Der Letzte Hilfe Kurs

Wir nähern uns einem großen, sensiblen Thema,
einem Thema, das alle betrifft.
Wir sprechen über die letzte Lebensphase des Menschen, über das Abschiednehmen.


Erste-Hilfe-Kurse sind uns vertraut.
Seit einigen Jahren gibt es einen
Letzte-Hilfe-Kurs.


Barbara Weißbrich, Leiterin und Koordinatorin des Ambulanten Hospizdienstes Sonnenhof
für Obernkirchen, Auetal und Umgebung wirbt mit großem Engagement für dieses Angebot und stellt den Kurs vor.


hospizdienst@sonnenhof-obernkirchen.de
Telefon 05724 961144

Frauen-Freundschaft

Seit 50 Jahren waren sie befreundet. Bei einem Kaffeeklatsch hatten sie sich gefunden und schnell gemerkt, dass sie zueinander passen! Mit den Jahren waren sie immer mehr zusammengewachsen. Sie haben gefeiert und gemeinsam an Gräbern gestanden. Sie haben auf Reisen viel Schönes erlebt und gemeinsam schwierige Lebensphasen durchgestanden. Die Freundschaft ist den Frauen ein Leben lang Rückhalt gewesen. – Vor einigen Jahren sind diese besonderen Freundinnen in einem Gottesdienst gesegnet worden! Das war bewegend! Eine haben, die zuhören kann und nicht weitererzählt, was du ihr anvertraut hast. Eine haben, die spürt, wie es dir geht – auch ohne Worte. Eine haben, die dich aushält – auch jenseits deiner Schokoladenseiten – das ist ein Geschenk.

Eine der schönsten Freundschaftsgeschichten der Welt steht im Buch Rut in der Bibel. Noomi verlässt mit ihrer Familie die Heimat. Sie ziehen ins nicht sehr beliebte Ausland. Schweren Herzens, aber in der Heimat gibt es seit langem kaum etwas zu essen. Die beiden Söhne heiraten einheimische Frauen. Frauen mit einer anderen Kultur und einem anderen Glauben. Das war damals ein Unding! – Was war das für eine Aufregung, als jemand aus unserer Familie Anfang der 60er Jahre eine Katholikin geheiratet hat. Noomi erlebt eine Tragödie. Zuerst stirbt ihr Mann und einige Jahre später sterben ihre beiden Söhne. Bitterer kann es eine Frau kaum treffen. Mutterseelenallein, ohne Versorger, ohne Netzwerk, im Ausland. Damals hatte eine Frau in der Situation kaum eine Chance.

Sie möchte wieder zurück in die alte Heimat. Bloß weg aus diesem fremden Land, in dem sie alles verloren hat. – Und jetzt? Eine der Schwiegertöchter, die Rut, möchte sie begleiten. Das schlimme Schicksal hat die beiden Frauen eng miteinander verbunden. „Wo du hingehst, da will ich auch hingehen. Wo du bleibst, da bleibe ich auch. Dein Volk ist mein Volk, und dein Gott ist mein Gott!“

Wir gehören zusammen, in aller Unterschiedlichkeit von Glauben, Herkunft, Status, Bildung und Alter! Wir gehören zusammen! – Das Buch Rut erzählt die berührende Geschichte einer Frauen-Freundschaft, die über Grenzen reicht! Hoffentlich finden wir eine Rut – und können selbst für andere ein Freundschaftsmensch sein.

Bilder der Weihnacht

Dieses Bild möchte ich von Weihnachten mitnehmen in das neue Jahr. Es zeigt die Krippe am Heiligabend in Fuhlen.

Ein kleines, flackerndes Licht! In Gedanken setze ich mich dazu und vertraue Gott die Welt an, mit den vielen Orten, an denen es düster ist! – „Du weißt doch, was los ist, wo Licht, Liebe und Frieden fehlen“.

In Gedanken setze ich mich dazu und denke an die Menschen, die meinem Herzen nahe sind. Dieser oder jene fällt mir ein, der es im Moment besonders schwer hat. Der „Licht-Ort“ tut gut. Hier werden Probleme und Kummer nicht weggezaubert, es löst sich nicht alles in Wohlgefallen auf. – Aber da ist ein Licht, das etwas verändert in mir. Da ist eine Hoffnung, die über die Hoffnung dieser Welt hinausreicht! Der einst sagte „Es werde Licht“, der kommt, um seinen Menschen nahe zu sein.

Diese kleine Licht nehme ich mit in das neue Jahr, in alle Tage und Nächte, in alles Jubeln und Loslassen, in alles Feiern und Kämpfen. Als Trost und Orientierung.