3. Dezember – Wärme und Licht

Ein wunderbarer Moment: Wir stehen vor der kleinen Kapelle in Rehren und schauen ins brennende Feuer.

So verschieden unsere Lebensgeschichten und -situationen auch sind, was uns vereint an diesem Abend, das ist die Sehnsucht nach Wärme und Licht, nach dem, der „Heil und Leben mit sich bringt“, nach dem, was trägt. Du ahnst, dass alles Glück und aller Kummer hier gut aufgehoben ist.

Das Feuer wärmt und das gemeinsame Singen (mit Abstand, hinter Masken) auch. Endlich wieder zusammenstehen und singen, das Heilsame der Gemeinschaft wahrnehmen. Und Gott mittendrin.

2. Dezember – Zeit der Kerzen

Endlich! Es ist Kerzenzeit. Das warme Licht tut gut, schenkt Wärme und Geborgenheit. Manche schaffen sich jetzt einen kleinen Licht-Ort in der Wohnung. Jeden Abend werden sie einen Moment still, wer mag, mit schöner Musik.

Die Nachrichten des Tages waren beunruhigend. Wohin mit den Bildern? Wohin mit den Fragen? Mit der Angst? Wir vertrauen Gott die Welt an, dem Schöpfer und Vollender allen Lebens.

Wir denken an Menschen, die uns in besonderer Weise nahe sind. Wo wir selbst keinen Einfluss haben, bitten wir Gott, er möge sie begleiten, lebensklug machen und bewahren.

Wir denken an Menschen, die es gerade schwer haben, die viel allein sind und im Inneren keine Ruhe finden… Sie mögen getragen sein von einer Kraft, die stärker ist als ihre eigene. Es möge hell werden in ihrem Leben.

Und wir selbst? Wir sagen, was uns im Herzen bewegt, was wir vermissen, wo Kuddelmuddel ist und wonach wir uns sehnen. Und wenn uns die Worte fehlen, schauen wir in die Kerze und sagen: „Du weißt!“ – In diesem „Du weißt!“ liegt unendlich viel Kraft.

Es ist Kerzenzeit. Der Prophet Jesaja macht Mut: „Das Volk, das im Dunkel lebt, sieht ein großes Licht, und über denen, die im Land der Finsternis wohnen, scheint es hell.“ (Jesaja 9,1)

1. Dezember – Der Wünschebaum

Eine wunderbare Idee. In der Andreaskirche in Hollenstedt wird seit 6 Jahren ein Wünschebaum aufgestellt. Kinder schreiben ihre Weihnachtswünsche anonym auf Sterne, die an diesem Wünschebaum hängen. Wer gerne helfen möchte, nimmt sich einen Wunsch vom Baum, erfüllt ihn und und legt das Geschenk mit dem Stern versehen wieder ab. Zu Weihnachten werden die Geschenke verteilt, hauptsächlich an Kinder, die normalerweise zu Hause kaum beschenkt werden (können).

Eine wunderbare Idee, die inzwischen etliche Nachahmer gefunden hat. Wie viel Freude, wie viel Kinder-Glück lässt sich schenken durch Bücher, Lego-Teile, Kuscheltiere, Puppen, den Gutschein für einen Zoo-Besuch oder ein Spiel.

„Da bleibt noch was zu wünschen übrig“, wissen wir Erwachsenen. Etwas, das man nicht kaufen kann. Ein wirksamer Impfstoff. Freunde mal wieder in den Arm nehmen. Geist, der vom Himmel regnet. Ein Menschenverstand, der endlich wieder gesund wird.

„Da bleibt noch was zu wünschen übrig.“ Wir warten auf Frieden, Trost und Gesundheit, auf die Kraft, die uns durchträgt, wenn unsere eigene nicht reicht. Wir hoffen, dass die Intensivstationen genug freie Betten haben – und Einsame besucht werden.

Advent! Wir sehnen uns nach der Welt, wie sie sein könnte, wie Gott sie versprochen hat. In der nichts zu wünschen übrig bleibt. Während wir uns sehnen, während wir warten, lassen wir uns von „Wünschebäumen“ inspirieren und schauen, was heute schon möglich ist zwischen Himmel und Erde.

Adventskalender 2.0 – LichtBlicke

In diesem Jahr können Menschen Licht-Blicke besonders gut gebrauchen. Es ist dunkler als sonst. Ich stelle mir vor, wir nehmen uns vor, jeden Tag einen Menschen zu überraschen mit etwas, womit er nicht rechnet, das Glanz in sein Leben bringt. Wir signalisieren ihm: „Ich denke an dich. Du bist mir wichtig!“ – Bei allem Abstand, der geboten ist, schaffen wir Nähe.

Wir lassen etwas von der Freundlichkeit Gottes in unsere Welt strahlen – und werden selbst dabei verwandelt.

Funktionieren ist zu wenig

Wenn du vernünftig bist, erweise dich als Schale und nicht als Kanal, der fast gleichzeitig empfängt und weitergibt, während jene wartet, bis sie erfüllt ist. Auf diese Weise gibt sie das, was bei ihr überfließt, ohne eigenen Schaden weiter…

Lerne auch du, nur aus der Fülle auszugießen und habe nicht den Wunsch freigiebiger zu sein als Gott….

Ich möchte nicht reich werden, wenn du dabei leer wirst. Wenn du nämlich mit dir selbst schlecht umgehst, wem bist du dann gut? Wenn du kannst, hilf mir aus deiner Fülle, wenn nicht, schone dich.

Bernhard von Clairvaux (1090-1153)