Mini-Schritte

Papa war Zimmermann. Mit 40 Jahren hatte er einen schlimmen Unfall. Beim Aufmaß mit dem Architekten war er vom Dachboden gefallen und seitdem gehbehindert.

Nach langen Krankenhausaufenthalten und inneren Kämpfen hatte er sich mit seinem Handicap arrangiert. Seinen Beruf konnte er nicht mehr ausüben. Das tat weh. Die ganze Familie hat gelitten.

Papa wurde zu einem Meister der kleinen Schritte, konnte mit wenig Krafteinsatz Großes bewegen und erfand kleine und große Hilfsgeräte, um diverse Arbeiten bewältigen zu können. Die „Hebelgesetze“ habe ich durch ihn kennengelernt.

Mich hat beeindruckt, was er durch seine Beharrlichkeit alles geschafft hat, dass er immer dran geblieben ist. „In der Ruhe liegt die Kraft“, so habe ich ihn erlebt. Ob das ein Weg ist, in der Welt etwas zu verändern? Viele Menschen tun das Kleine, das Wenige, das ihnen möglich ist!

Gerne möchte ich dafür werben, dass wir uns Geschichten erzählen von dem, was Menschen mit „Mini-Schritten“ erreicht haben!

Bin im Garten

Der Garten ist für mich zu einem Lieblingsort geworden, Balsam für die Seele, ein Therapeutikum. Wie oft habe ich erlebt, dass der vom vielen Hören, Denken und Grübeln schwer gewordene Kopf wieder frei wurde. „Gärtnern ist mein Yoga“ heißt der Titel eines Buches von Andrea Ballschuh. Dem stimme ich gerne zu.

Im Garten kommen die besten Gedanken und Einsichten. Einfach so, wenn ich gar nicht darauf warte, sondern hacke, harke und dem Gesang der Vögel zuhöre, säe, pflanze und gieße, Rosen schneide und für das Begleitgrün einen anderen Ort suche.

Der indische Philosoph Tagore hat gesagt: „Dumme rennen, Kluge warten, Weise gehen in den Garten!“ – Ein schönes Gefühl, zwischen dem, was duftet, blüht und schmeckt, weise zu werden, dem Geheimnis des großen Lebens sehr nahe zu sein!

Perlen des Glaubens

18 Perlen an einem Armband stehen für die Themen unseres Lebens.


Wir sind eingeladen, mit uns selbst ins Gespräch zu kommen
mit unserer Unruhe und Sehnsucht, mit Lieben und Loslassen,
mit dunklen und hellen Zeiten….
und Gott mittendrin!

Pastorin Susanne Behnke aus Fuhlen stellt uns die wunderbare Idee des schwedischen Bischofs Martin Lönnebo vor!

Der Tisch ist gedeckt

Das war neu. Gründonnerstag zu Hause und zu zweit! Vom Michaeliskloster in Hildesheim gab es einen Entwurf für die Gestaltung eines solchen Abends in Corona-Zeiten!

„Gott, wir sind hier – du bist hier. Mehr braucht es nicht. In Glauben, Gedanken und Gebet sind wir mit dir verbunden, sind wir mit so vielen verbunden, die wir kennen. Mancher fehlt uns gerade jetzt besonders. Sei du bei uns allen und lass uns deine Nähe spüren.“

Der Tisch ist festlich gedeckt, mit Blumen und dem guten Geschirr, mit einer Kerze und dem besten Rotwein, der im Keller lagerte. Mit Käse und Brot.

Wir erinnern uns an den Abend, an dem Jesus mit seinen 12 Jüngern zum letzten Mal an einem Tisch gesessen und gegessen hat. – Er nahm das Brot, dankte Gott, brach es in Stücke und gab es seinen Jüngern: „Nehmt und esst! Das ist mein Leib, der für euch gegeben wird!“ Dann nahm er den Kelch mit dem Wein. Er dankte Gott, gab ihn seinen Jüngern und sagte: „Trinkt alle daraus. Das ist der Kelch des Heils! – Solches tut zu meinem Gedächtnis!“

Das war neu: Mein Mann und ich geben uns Wein und Brot. Und Gott ist spürbar nahe, im Wohnzimmer, am Tisch, bei uns Zuhause!

Der Tisch ist gedeckt – für alle, sogar für Judas! Egal, wer wir sind und was wir mitbringen an Geschichten, an Dramen und Kuddelmuddel, an Sehnsucht nach Freiheit, Frieden, Gnade und Liebe. Der Tisch ist gedeckt – für alle! Für die Kinder und Enkel in der Ferne. Für Menschen, die uns nahe sind hier und dort!

Wir beten, singen und sprechen gemeinsam den Segen. Ungewohnt ist das, eine Premiere, aber am Ende sagen wir: „Es wäre schön, wenn wir das öfter mal genießen würden! Das hat sehr gut getan!“

(Wir danken Marianne Gorka und Birgit Mattausch, den Referentinnen für Gottesdienst im Michaeliskloster, für die Vorlage und Inspiration zu unserem kleinen Gottesdienst.)

Hallo, hier spricht dein Einkaufskorb

Auf dem Wochenmarkt ist der Korb schnell gefüllt: 2 Brote, 2,5 Kilo Äpfel, 1 Flasche Blaubeer-Secco, Himbeer-Balsamico, Fisch, Geflügel, Holsteiner Schinken und ein paar griechische Delikatessen.

Nach 300 Metern mit leichter Steigung werden die 6 Kilo Inhalt immer schwerer. Sogar die Luft wird knapper, dabei bin ich doch noch ganz gut beieinander!

Am Auto angekommen, fällt mir ein, dass ich in der Buchhandlung noch zwei Trauerkarten besorgen wollte. Also zurück in die Stadt, Karten aussuchen und wieder zum Parkplatz. Seltsam: Ohne Korb geht es sich viel leichter, schwungvoll, wie von selbst.

Ob mir diese kleine Episode sagen möchte, dass es ein Unterschied ist, mit sechs Kilo mehr oder weniger unterwegs zu sein? Ach, wahrscheinlich habe ich das mal wieder über-interpretiert!

Sonnenglas (c)

Die Sonne schickt jeden Tag kostenlose Energie zur Erde! Ein Mega-Vielfaches von dem, was Menschen brauchen, eine unerschöpfliche Ressource. Weltweit forschen und experimentieren kluge Frauen und Männer, damit diese Energie mehr als bisher genutzt werden kann.

Eine innovative und charmante Idee kommt aus Südafrika. Dort wurde das „Sonnenglas“ entwickelt. Solarzellen sammeln und speichern Sonnenlicht, das dann bei Bedarf genutzt werden kann. Einfach einen magnetischen Kippschalter umlegen und die LEDs zum Leuchten bringen. 10 Minuten Ladung reichen für eine Leuchtdauer von 10 Stunden!!

Das Licht ist warm und angenehm. Je nach Jahreszeit, Anlass und Stimmung kann das Glas dekoriert werden. Die Helligkeit reicht sogar für kleine Leseeinheiten. Und was besonders wertvoll ist: 65 zuvor arbeitslose Menschen in den Townships von Johannesburg sind an der Herstellung und dem Vertrieb des Glases beteiligt.

So steht das „Sonnenglas“ dafür, die Welt zu einem helleren Ort zu machen.

www.sonnenglas.net

Doktor Wald

Am 21. März ist der Internationale Tag des Waldes. Das Anliegen ist, an die enorme Bedeutung des Waldes für die Erholung von Natur und Gesellschaft zu erinnern. Allein in Deutschland entlasten Wälder die Atmosphäre jährlich um 50 Millionen Tonnen CO2.

Förster Helmut Dagenbach aus Süddeutschland hat 1986 in einem Gedicht den Wald als großen Gesundmacher beschrieben. Er schenkt uns viel Gutes – braucht aber momentan unsere Hilfe, damit er sich selbst wieder erholen kann.

Wenn ich an Kopfweh leide und Neurosen,
mich unverstanden fühle oder alt,
und mich die holden Musen nicht liebkosen,
dann konsultiere ich den Doktor Wald.

Er ist mein Augenarzt und mein Psychiater,
mein Orthopäde und mein Internist.
Er hilft mir sicher über jeden Kater,
ob er von Kummer oder Cognac ist.

Er hält nicht viel von Pülverchen und Pille,
doch umso mehr von Luft und Sonnenschein.
Und kaum umfängt mich angenehme Stille,
raunt er mir zu: „Nun atme mal tief ein!“

Ist seine Praxis oft auch überlaufen,
in seiner Obhut läuft man sich gesund.
Und Kreislaufkranke, die noch heute schnaufen,
sind morgen ohne klinischen Befund.

Er bringt uns immer wieder auf die Beine,
das Seelische ins Gleichgewicht,
verhindert Fettansatz und Gallensteine.
nur – Hausbesuche macht er leider nicht.

(Foto: Pixabay)

Das Orange Sofa – Mehr als Herd und Hofladen

Die Präsidentin der Niedersächsischen LandFrauen Hannover, Elisabeth Brunkhorst, war gemeinsam mit vier Landwirtinnen/Beraterin von Moderatorin Janina Tiedemann zum Orange Sofa – Talk eingeladen. Allesamt starke Persönlichkeiten, kompetent und sympathisch. Es ging um Frauen in der Landwirtschaft und die Liebe zum Land. Es ging um weibliche Gestaltekraft und Stärke.

https://www.youtube.com/watch?v=hH18BwGovYw . #LandFrauen#Talk#OrangesSofa#fraueninderlandwirtschaft

Mensch, wo hast du denn bloß deine Augen?

Einen herzlichen Dank an Lektorin Irmtraud Brendel aus der St. Nikolai – Gemeinde in Rinteln. Sie hat eine sehr ansprechende Andacht zum Sonntag Okuli gestaltet und lässt uns auf diesem Wege daran teilhaben.

„Mensch, wo hast du denn bloß deine Augen?“, fragte mich mein Mann. Wir gingen durch den Garten und ich sah nach oben, weil ich einen Vogel singen hörte und wissen wollte, wo er saß. Dabei stolperte ich über einen Ast und konnte mich gerade noch am Arm meines Mannes festhalten. Er war darüber so erschrocken, dass er ausrief: „Mensch, wo hast du denn bloß deine Augen?“ Alles war noch mal gutgegangen. Den Vogel habe ich dann nicht mehr gesehen, nur noch ab und zu gehört, aber ich guckte jetzt ja auch wieder auf den Weg und achtete auf die Stolperfallen.

„Okuli“, heißt dieser Sonntag. „Augen“ heißt das übersetzt. Im Psalm 25 steht: „Meine Augen sehen stets auf den Herrn!“ (Psalm 25,15). Bei allem, was ich tue, was ich sage, was ich denke, habe ich immer Gott im Blick und vor Augen, so verstehe ich das. Denn dann, so meint dieser Psalm, hast du ein gutes Ziel vor Augen. Das wird dir helfen, wenn du in deinem Leben stolperst oder dich verläufst. Und dann hast du auch jemanden an deiner Seite, der dich auffängt, wenn du zu fallen drohst. Das passiert ja nicht nur bei Spaziergängen, sondern in jedem Leben.

Wo siehst du hin? Woran orientierst du dich in deinem Leben? Was bestimmt deinen Weg?

Die Corona-Pandemie hat ja indirekt auch manches Gute. Zum einen sehen wir nun klar, dass wir Menschen miteinander verbunden sind. Das, was in Wuhan in China passierte, hat Auswirkungen auf die ganze Welt. Wir sind als Menschheit ganz eng miteinander verwoben, gerade auch in dieser schweren Zeit.

Zum anderen zeigt sich: Unser Leben läuft nicht mehr so hektisch wie früher. Ich weiß, viele sehnen sich nach dem normalen Leben zurück. Das tue ich auch. Und doch ist diese Zeit eine Chance, um verstärkt zu fragen: Woran will ich mich orientieren?

Es ist natürlich möglich, wenn denn die Pandemie vorbei ist, wieder zum alten Lebensstil zurückzukehren. Aber ich glaube, das ist nicht gut. Nicht gut für die Schöpfung, die Gott uns anvertraut. Nicht gut für die Menschen, mit denen wir weltweit verbunden sind. Nicht gut für die Menschen, die nach uns kommen werden.

Es ist eben nicht einerlei, woran ich mein Leben orientiere. Es hat immer Auswirkungen auf mich und andere. Und es zeigt sich daran, wie wir miteinander umgehen.

Ihr seid Gottes geliebte Kinder! So steht es im Brief an die Epheser… Und als seine Kinder sollen wir Gott und seine Liebe ständig im Blick haben. Es ist wichtig, wenn wir uns in der Kirche „Schwestern und Brüder“ nennen. Denn so hat Jesus es gesagt: Wer Gottes Willen tut, der ist ihm Bruder und Schwester. (Markus 3, 31-35) …

Weil Gott anders mit uns umgeht, liebevoll nämlich, sollen wir es eben auch tun. Die Menschen sollen Christen als Boten seiner Liebe erleben. Sie sollen spüren: Hier herrscht ein anderer Geist als in der Welt. Hier ist Gottes Geist zu spüren. Das, liebe Schwestern und Brüder, ist unsere Aufgabe. Und die ist nicht leicht.

In diesen Wochen der Passionszeit denken wir besonders an das Leiden Jesu. Jesus zeigt uns, wie tief Gottes Liebe reicht. Sie gibt ihm Kraft, durch Verrat, Einsamkeit und Tod zu gehen. Aber der Tod ist nicht das Ende. Am Ende steht der neue Anfang, steht Ostern, steht die Auferstehung Jesu. Seit Ostern sehen wir das Licht Gottes, das in die Welt scheint. Es macht sogar die finsterste Finsternis des Todes hell.

„Mensch, wo hast du denn bloß deine Augen?“ Die Frage meines Mannes nehme ich als Anfrage an uns. Wo sehen wir hin? Woran orientieren wir uns in unserem Leben?

Dieser Sonntag lädt uns ein, auf Gottes Liebe zu sehen. Damit wir es gut haben und eben nicht stolpern.

„Ich habe Rücken“

Gestern zum Beispiel, nach einem Tag im Garten. Wenn du aus der gebückten Haltung wieder hochkommst: „Holla, die Waldfee!“ Da kannst du mit dem legendären Horst Schlämmer (der wohl bekanntesten Figur von Hape Kerkeling) sagen „Ich habe Rücken!“ – Sie auch? Willkommen im Club!

Seit 2002 gibt es sogar einen besonderen Tag für den Teil unseres Körpers, der alles tragen muss, was uns das Leben aufgibt: Den Tag der Rückengesundheit am 15. März.

Ich erinnere mich daran, dass meine Eltern zentnerschwere Säcke mit Kohlen oder Getreide geschleppt haben. Vater, der Zimmermann, hat in den ersten Jahren die tragenden Pfetten und Sparren noch mit Muskelkraft aufs Dach gebracht, über eine Leiter.

Heute ist die körperliche Belastung weniger geworden. Zum Glück! Aber seltsam, die Fitness-Studios sind voll von Menschen, die ihre Rückenmuskulatur stärken. Zu wenig Bewegung, zu viel Sitzen, zu viel Arbeit am Bildschirm, zu viel Druck. Immer mehr sagen „Ich habe Rücken!“ Auch viele junge Menschen!

Die Bibel erzählt von einer Frau, die auch „Rücken hatte“. Mag sein, dass es vom Schleppen der schweren Wassergefäße kam. Mag sein, dass sie den Kopf hängen lässt, weil ihr der Mut abhanden gekommen ist. Das Leben hat sie krumm gemacht. Mag sein, dass sie gebeugt ist von Sorgen und Enttäuschungen. Wer weiß, was sie alles im Gepäck hat, welche Traumata, welche Demütigungen……(Lukasevangelium 13, 10-17)

„Ich habe Rücken!“ – Das ist ein geflügeltes Wort geworden. Ich finde es gut, dass wir einen Tag haben, an dem der Rücken im Mittelpunkt steht. Bestimmt braucht er ganz viel Wertschätzung und Liebe.