Leben.Endlich.

Clubsessel und Leuchter sorgten für eine Stimmung, die dem Abend angemessen war. Pastorin Annette Behnken, vielen bekannt als Sprecherin beim „Wort zum Sonntag“, war zu Gast in der Sülbecker Kirche. Im Mittelpunkt standen Gedanken zum Leben an der Grenze. Das Leben ist ein Geschenk, unverfügbar. Das ist ein Gedanke, mit dem Menschen, die sich als „Macher“ sehen, die immer alles im Griff haben wollen, nur bedingt überein sind.

Bei allem Aufgehobensein bei Gott kennen Christen auch die „dunkle Nacht der Seele“ und „Wüstenerfahrungen“. Sehr persönlich sprach Annette Behnken von der schmerzhaften Trauer um ihre kleine Tochter, einer Trauer, die in Wellen kommt, wie Wehen.

„Verachte das Halbe nicht, weil das Ganze nicht möglich ist. Verachte das Unvollkommene nicht, weil das Vollkommene nicht möglich ist!“ – Dieser Gedanke befreit vom Druck, dass immer alles gelingen soll. Wie erleichternd! Die meisten Ehen gelingen halb, Glück ist begrenzt und Leben ist endlich. Ja! – Mit dieser Perspektive bleiben wir offen für Momente intensiven Lebens.

Schau an der schönen Gärten Zier

Jeden Tag fahre ich in der Nachbarschaft an einem reich geschmückten Anhänger vorbei und freue mich über das bunte Bild, über Kürbisse, Gräser, Blumen, Äpfel und allerlei schöne Dinge. Da hat jemand seiner Dankbarkeit eine Gestalt gegeben.

Wir werden erinnert an all das Gute, das auch in diesem Jahr in den Gärten und auf den Äckern gewachsen ist. An all das Gute, das unser Leben reich macht!

Das Gute sehen ist eine Begabung. An manchen Tagen könnte man mir George Clooney auf die Gartenbank setzen – und ich würde ihn glatt übersehen, vor lauter Hillernheit, bei allem, was da im Kopf herumschwirrt. Das wär doch schade!!

Wie gerne würde ich noch einmal …

Endlich habe ich ihn live gesehen: Den „Wünschewagen“ vom Arbeiter-Samariter-Bund. Er stand in der Nähe des Bückeburger Marktplatzes, begleitet von zwei sehr netten, jungen Damen.

Im dazugehörigen Flyer steht: „Erfüllte Wünsche machen das Abschiednehmen leichter. Deshalb ermutigen wir Menschen in ihrer letzten Lebensphase, sich ihre Träume zu erfüllen. Mit unserem niedersächsischen Herzensprojekt „Der Wünschewagen“ unterstützen wir Schwerstkranke und Sterbende, die sich nicht mehr selbst auf den Weg zu ihrem Sehnsuchtsort machen können.

An Bord kümmern sich qualifizierte HelferInnen um die medizinisch-pflegerische Versorgung. Willkommen ist auch eine vertraute Begleitperson. Der „Wünschewagen“ ist ein Krankenwagen in gemütlich. Spezielle Stoßdämpfer, eine Musik- und DVD-Anlage und ein besonderes Licht- und Farbkonzept machen die Wunschfahrt zu einem Erlebnis. Und dann geht es an die See, in ein Konzert, ein Fußballspiel oder zur Tante im Allgäu, was auch immer…. Ein wunderbare, berührende Idee!!

Kontakt: www.wuenschewagen.de/niedersachsen

Dunkle Wolken

Die Nordsee bei Wremen

Dunkle Wolken haben immer etwas bedrohliches. Wenn man weiß, dass über uns unentwegt die Sonne scheint, mit hellem, warmem Licht, dann ist das sehr beruhigend. Ich mag dunkle Wolken.

Klaus-Gerd Kuhlmann

Türen machen neugierig

Hier ist noch ein Foto von meinem Mann. Ich finde mich gut wieder in dem, was er schreibt!

Ich finde, dass manche Türen neugierig machen. Wie gerne möchte man sie einen Spalt weit öffnen, um zu sehen, welches Leben sich dahinter versteckt. Ich wünsche Dir, dass Du es wagst, immer neugierig zu bleiben!

Licht und Schatten

Mein Mann hat seine Liebe zur Fotografie wiederentdeckt. Das ist sehr inspirierend:

Dies ist die Fußgänger-Brücke im „Alten Hafen“ in Rinteln. Darunter ist das Hafenbecken mit dem brackigen Wasser, auf dem zur Zeit ein Schwan seine Runden dreht
Manchmal bin ich erstaunt, auf welche Gedanken man beim Betrachten kommt.
Vielleicht weil man sich gerade selbst so erlebt.
Die Brücke verbindet Start und Ziel. Wenn man darüber seinen Weg geht, trifft man immer mit einem Fuß den Schatten und mit einem die Fläche, wo die Sonne das Holz warm macht. Zum Glück sind die Sonnenflächen größer.

So mag es sein, dass die Sonnenflächen immer größer sind als der Schatten!!

Hinterm Horizont geht’s weiter

Ein Urlaubsfoto. Irgendwo am Strand von Biscaya. Weit weg von zu Haus. Der Horizont ist weit und schön. Ist da das Ende oder kommt da noch was? – Hinter dem, was wie eine Schlusslinie wirkt, geht’s weiter. So hat es Udo Lindenberg wunderbar besungen. Und wie es weitergeht! Erst kommt der große Ozean, dann Amerika und noch viel mehr.

„Hinterm Horizont geht’s weiter!“ Es gibt mehr, viel mehr, als wir sehen und wissen. In jedem Menschen verbirgt sich mehr, als die Außenseite ahnen lässt.Es gibt mehr, als die Weltnachrichten uns derzeit zumuten. Es gibt mehr als Hier und Jetzt. Es gibt mehr als das, was ich momentan lebe.

Das Foto lässt mich sogar denken, dass es auch nach unserem Leben weitergeht. Keiner weiß es, aber die Sehnsucht, dass da noch was kommt, dass Gottes Welt nicht an unserem Horizont endet, diese Sehnsucht wird durch das Foto lebendig!

Die 50-Pfennig-Münze

Morgens um fünf Uhr sind sie losgezogen: Sechs, sieben Frauen, die bei uns im Bückeberg Bäume gepflanzt haben: Buchen, Tannen, Eichen …. In einem Handwagen zogen sie Hacken, Spaten und Sensen hinter sich her, Proviant, Regenzeug, einen Topf fürs Feuer. Die heute empfohlenen 10 000 Schritte hatten sie oft schon geschafft, wenn sie an ihrem Arbeitsplatz angekommen waren. „Kulturfrauen“ wurden sie genannt. Es gab viele, die nach dem Zweiten Weltkrieg in den Wäldern beim Wiederaufbau geholfen haben. Meine Mutter war eine von ihnen.

Wenn ich durch den heimischen Wald gehe, erinnern mich viele Bäume an Mutter. Als Kind habe ich in manchen „Schonungen“ gesessen und war dabei, wenn das Mittagessen auf dem offenen Feuer erwärmt wurde. Die „Kulturfrauen“ haben damals nicht gewusst, dass man ihnen 1949 ein Denkmal gesetzt hat. Auf der Vorderseite der 50-Pfennig-Münze. Da ist eine Frau zu sehen, die eine Eiche pflanzt.

Mutter wusste nicht, was ein „Arboretum“ war, aber sie hat in diesen besonderen Garten Mammutbäume gepflanzt, eine japanische Lärche und eine japanische Sicheltanne. So entdecken wir manches Große erst im Nachhinein (oder gar nicht), manche Würdigung erst posthum. Wie gerne wäre ich eine „Geschichten-Entdeckerin“ mit einem Gespür für das, was hinter der Vorderseite liegt.

Schenken macht glücklich

„Da schon wieder alles abgesagt werden musste, habe ich meine 25 Frauen vom evangelischen Frauenkreis mit gelben Primeln und einem kleinen Brief bedacht.

Da ich wegen der Primeln an jeder Tür klingeln musste, habe ich die Freude und Dankbarkeit direkt miterlebt und bin sehr gerührt und berührt. Und was habe ich daraus gelernt? Schenken macht wirklich glücklich!“

Das schrieb Freundin Elfriede im Frühjahr 2022, als Corona viele Begegnungen unmöglich machte. Eine wunderbare Idee: Ein Kofferraum voller Primeln!

Staunen

Beim Spaziergang im Steinbruch haben wir diese Muschel gefunden. Sie ist nicht nur schön anzusehen, sie hat eine unglaubliche Geschichte: 140 Millionen Jahre ist sie alt, so sagen es Menschen, die sich mit solchen Funden auskennen.

140 Millionen Jahre, da müssen wir uns jetzt nicht auf einige 1000 Jahre festlegen. Es war die Zeit, als hier bei uns in der Gegend die Dinosaurier gelebt haben. Ihre Fußabdrücke, die mit den drei Zehen, können wir auf unserem Bückeberg anschauen. 140 Millionen Jahre! Mal ehrlich – wer kann das denken? „Milliarden Jahre waren es, bevor es uns gab – und wer weiß, wie viele noch nach uns kommen werden, und ich bin für ein paar Jahre dabei, kann staunen und mitgehalten (frei nach Jörg Zink)!“

Und ganz am Anfang, als es noch nichts gab, was war da? Die Idee von Leben, von Liebe, von Genialität, von Ewigkeit? Gott? Bis heute kommst du aus dem Staunen nicht mehr heraus, wenn du offen bist für die Weite und Schönheit des Lebens. Astronauten berichten, dass der Blick auf die Erde sie für immer verändert hat. Die Erde – eine winzige Kugel, zerbrechlich, unterwegs in einem dunklen Universum, unbeschreiblich schön.

Staunen über das Wunder des Lebens! Im Kleinen und Großen! Die Muschel hat etwas angerührt in mir!