2. April 2020 – Nahe sein

Pastor Böhnke aus Ostercappeln hat sich etwas Pfiffiges einfallen lassen: Er stellte sich, ausgerüstet mit 2 Stühlen und einem Campingtisch vor den örtlichen Supermarkt – mit allen gebotenen Vorsichtsmaßnahmen, wie er sagt.

Die Menschen waren dankbar und haben sich gefreut, dass er da war, dass Kirche in diesen Zeiten „Flagge zeigt“. Eine Kassiererin kam raus zum Pastor und sagte, dass allein seine Anwesenheit schön sei, da sie sich mittlerweile so manches anhören müssten von den Kunden. Die Dame aus der Bäckerei hat ihn mit Keksen, Kaffee und Brötchen versorgt. Mit vielen Menschen aus dem Ort ist er ins Gespräch gekommen. Sie haben über den Turmbau von Babel diskutiert, über die Weltsituation im Allgemeinen, über die Probleme, die Eltern mit ihren Kindern haben (oder umgekehrt) – und auch über viel Schönes.

Der Pastor hat aus der Gemeinde erfahren, was er vorher noch nicht wusste. Auch die LokalPresse war da, erfreut über diese originelle Aktion und auch dankbar, dass es etwas zu berichten gibt. Wenn die Menschen in diesen Wochen nicht in die Kirche kommen können, dann geht Kirche eben zu den Menschen. Da gehört sie hin.

Danke, lieber Herr Pastor Böhnke für diese wunderbare Idee, die auf der Seite der Landeskirche Hannovers veröffentlicht wurde. Ich weiß nicht, ob ich bis Ostern genug Mut entwickeln kann, mich vor den Penny-Markt in Rehren zu stellen, aber dieses Bild von Kirche trage ich seit langem im Herzen: Den Menschen nahe sein, da, wo sie sind, bei dem, was sie bewegt, bei dem, was sie zu schultern haben. Den Menschen nahe sein in den Alltagen des Lebens, über Glauben und Zweifel sprechen, über Pläne und Wirklichkeit – und aufmerksam zuhören, was sie zu erzählen haben, was sie zwischen den Worten sagen möchten.

1. April 2020 – Gute Nachrichten

Ein treuer Kundenstamm schließt sich zusammen, um einen kleinen Laden in der Stadt zu unterstützen, einen Laden, der ein Ort für gute Gespräche und Begegnungen ist, an dem Menschlichkeit groß geschrieben wird. Das ist kein Scherz zum April, keine Utopie, sondern Wirklichkeit.

Große Museen bieten virtuelle Touren durch ihre Ausstellungen an. Zwischen Rehren und Bad Eilsen können Autofahrer ohne Staus die A 2 befahren. Musiker spielen die „Ode an die Freude“ – jeder aus seinem Wohnzimmer, verbunden via Internet auf einem großen Bildschirm, und lassen uns daran teilhaben.

Das sind gute Nachrichten inmitten der bedrückenden. Die Seele freut sich daran. Der Zukunftsforscher Matthias Horx ist davon überzeugt, dass Corona die Welt und ihre Menschen verändern wird. Das entspricht dem Bauchgefühl, von dem mir viele Bekannte in diesen Wochen erzählen. Wir werden so etwas wie Demut neu entdecken, den Wunsch, die Welt lebenswerter und menschlicher zu machen. Wir werden Qualität mehr schätzen lernen als Quantität.

In allem, was gerade an ihnen rüttelt und schüttelt, fragen Menschen nach dem, was wesentlich ist und worauf sie getrost verzichten können. Sie fragen nach dem, was dem Leben und ihren Beziehungen gut tut – und was die Welt im Innersten zusammenhält. Pille-Palle-Probleme bleiben außen vor.

Ich habe Frauen kennengelernt, die viel durchgemacht haben in ihren 70, 80 Jahren. Bei allem, was war, haben sie sich Glauben, Liebe und Hoffnung bewahrt – und einen Glanz in ihren Augen und Herzen. Sie verstehen es, aus dem etwas zu machen, was ihnen der Tag an Zutaten zur Verfügung stellt. Sie machen mir Mut.

31. März 2020 – Hamstern

Selbst die Klügsten im Lande wissen nicht, wie’s weitergehen wird. Wie wir so sind: wir sorgen vor, schaffen Sicherheiten und legen Vorräte an. Erwachsene Menschen streiten sich im Supermarkt um’s Klopapier. Nudeln, Reis und Mehl stehen als Basics ganz oben auf der Einkaufsliste – und Hefe! Die Gesundheitsbewussten besorgen Ingwer und Kurkuma, die Genießer wählen Wein für beschwingte Abende. Unsere Regale und Tiefkühltruhen sind gut gefüllt. Das beruhigt.

Viele fragen sich, wann die Einschränkungen aufgehoben und die Viren müde werden, wann wir einander endlich wieder umarmen, knuddeln und zum Frisör gehen dürfen. Wann dürfen wir mit Freunden grillen, anstoßen, in die Kirche gehen und vor allem: die Enkel besuchen?

Ich kenne kaum jemand, der jetzt cool bleiben kann – Bilder aus Italien, Spanien und Griechenland gehen unter die Haut. Was wir gut gebrauchen können, sind Geschichten, die Mut machen, Sätze, die aufbauen, Nachrichten, die hoffen lassen, Bilder, die uns daran erinnern, wie schön das Leben sein kann. Fotos von Menschen, die wir liebhaben, Lieder, bei denen wir mit der ganzen Bandbreite unserer Gefühle aufgehoben sind. – Und Spaziergänge, die uns helfen, den Kopf frei zu bekommen. Die Theologin Dorothee Sölle hat gesagt: „Jeder Mensch braucht einen Hoffnungsschrank“, braucht Vorräte für sein Innenleben.

Es ist gut, dann und wann den Tag und die Gedanken zu unterbrechen. Wir erinnern uns an das große Leben, daran, dass wir nicht allein auf dem Weg sind. Der lebendige Gott ist bei uns. Wir tun, was wir können und bitten Gott, sich um das zu kümmern, was außerhalb unserer Möglichkeiten liegt.

30. März 2020 – Nähe und Distanz

Seit zwei Wochen kann er nicht mehr besucht werden, dabei bräuchte er die Nähe seiner Liebsten, vertraute Gespräche, Augen-Blicke jetzt dringender als je zuvor, um wieder zu Kräften zu kommen, um sich nicht von allen abgeschottet zu erleben. Der Kopf versteht, dass ein Klinikum das Risiko von Ansteckungen minimieren muss. Das Herz leidet – und mancher Angehörige kommt daheim nicht mehr zur Ruhe.

Abstand kann weh tun. Abstand, wenn ein 16-jähriges Mädchen für ein Jahr als Austauschschülerin nach Venezuela reist. Wenn der Beruf es erfordert, dass Eheleute nur am Wochenende zusammen sein können, wenn Kinder und Enkelkinder uns zu Ostern nicht besuchen dürfen, wenn der, dem man mal ganz nah war, sich zurückzieht.

Liebe hält manches aus. Sie reicht bis ins Weltall – wenn der Papa oder Liebste dort unterwegs ist. Manche Freunde haben wir jahrelang nicht gesehen – und können immer wieder anknüpfen an das, was uns im Innersten verbindet. Da gibt es ein starkes, unsichtbares Band, dass Abstand verträgt.

Wir sind derzeit angehalten, das Haus nur so wenig wie möglich zu verlassen. Für viele Menschen ist das eine enorme Belastung. Entweder dadurch, dass sie nicht nur allein, sondern einsam sind, oder dadurch, dass sie sich als Familie aneinander reiben, auf den Geist gehen, spüren, dass sie es nicht lange miteinander aushalten, dass alles viel zu eng ist.

Du kannst dich einsam fühlen in Gesellschaft, du kannst dich Menschen nahe fühlen, die weit von dir entfernt leben. Menschen können viel reden und sich nichts zu sagen haben. Menschen können sich berühren mit ihren Worten, dadurch, dass sie eines Geistes sind, dem anderen einen Einblick in ihr Herz gewähren.

Bei allem Abstand, den wir momentan wahren müssen, wünsche ich uns allen die wertvolle Nähe zu anderen Menschen. Und die Nähe zu Gott, der versprochen hat, uns gerade in Zeiten wie diesen besonders nahe zu sein!

29. März 2020 – Liebe lebt auf

Auf geht’s in die neue Gartensaison. Mag sein, dass es etwas vorwitzig war, ich habe Samen für Mini-Schlangengurken gelegt. Wenn es gut geht, können wir den ganzen Sommer davon essen – sogar den Nachbarn etwas abgeben. Gärtnern lebt vom Vertrauen. Da wird etwas wachsen, auch, wenn ich es jetzt noch nicht sehe.

Die Samenkörner werden sich auflösen. Und später stehst du staunend da und siehst, dass etwas Neues wächst. Im Garten sind wir dem Geheimnis des Lebens, der Weisheit Gottes sehr nah. In einem Kirchenlied von Jürgen Henkys (Evang. Gesangbuch Nr. 97) heißt es: „Liebe lebt auf, die längst erstorben schien.“

Heute war die Melancholie meine Begleiterin im Gewächshaus. Ich dachte an so ein altmodisches Wort wie „Hingabe“. Ein Samenkorn gibt sich hin. Du denkst so ganz menschlich: „Och schade, muss das sein? Geht das nicht leichter?“ Aber wir kennen Hingabe im besten Sinne: Mütter und Väter geben sich hin für ihre Kinder, Menschen im Ehrenamt für andere. Viele arbeiten in ihrem Beruf mit Hingabe und Begeisterung.

Herbert Grönemeyer hat ein Lied geschrieben – ganz aktuell – als Dank an alle, die jetzt ihre Zeit, ihre Liebe und Kraft schenken.

Sie sind die Helden dieser Zeiten, unsere Rückgrate, unser Stand. Trauen sich, ihre Grenzen weit zu überschreiten für dich und mich, nehmen dieses Land in ihre Hand. Sing ein Lied für sie. Isolier dich für sie. Sie arzten, pflegen, transportieren, kassieren, bewachen, forschen, schützen, ziehen. Sorgen für das Morgen. Sorgen für das Lebenskoffein.

Danke an Herbert Grönemeyer, der bestimmt möchte, dass dieses Lied sich schnell verbreitetet.

28. März 2020 – Che sera, sera

Es ist Anfang der 60er Jahre gewesen, als Doris Day ihren großen Hit gesungen hat: „Che sera, sera, whatever will be, will be, the future’s not ours to see, que sera, sera.“ Bis heute singe ich diesen Ohrwurm mit Begeisterung, aus tiefstem Herzen.

Wir wissen nicht, was kommt. Er war weise, der Seelsorger, der mir vor vielen Jahren empfahl, die Termine im Kalender mit einem Bleistift einzutragen. Neulich habe ich an ihn gedacht, als ich bis Ende April viel zu radieren hatte. „Che sera, sera“ – wie oft kommt es anders als geplant, erhofft, erbeten. Ungebeten knallt etwas dazwischen. Wir können uns aufregen und schimpfen, nach einem Schuldigen suchen, die berühmte „Warum-Frage“ stellen, schmollen, uns als Opfer der Umstände fühlen. „Das ist nicht fair“ mögen wir denken und sagen, oder in Traurigkeit versinken.

Das Lebensmotto meiner lieben Freundin Gerdi heißt: „Es ist, wie es ist!“ – „Was ist, das kannst du nicht ändern, aber was du daraus machst, das liegt bei dir.“ So hat sie ihr über 90-jähriges Leben gestaltet, auch jetzt im Seniorenheim. Eine starke, kreative Frau.

Im Vaterunser beten wir „Dein Wille geschehe wie im Himmel, so auf Erden“ und sagen damit Ja zu dem, was ist. Ich bete gerne noch etwas anderes: „Deine Liebe geschehe wie im Himmel, so auf Erden“ in dieser Welt, für die Menschen, mit denen ich verbunden bin. „Deine Liebe geschehe – wenn du möchtest, auch durch mich!“

27. März 2020 – Hoffnungsmenschen

Sie hatte eine schlimme Zeit. Einen Mann mit ALS, wenig Hoffnung und eine Menge Probleme. Ein älterer Herr hatte ihr damals gesagt: „Und trotzdem geht jeden Morgen im Osten die Sonne auf!“ – Dieser Satz hat ihr geholfen, durch die bangen Nächte zu kommen, von einem Tag zum anderen.

Der schwedische Schriftsteller und Pastor Tomas Sjödin schreibt, dass er jeden Morgen kurz vor dem Sonnenaufgang aufsteht. Er kocht sich einen Kaffee, setzt sich in den Sessel seines Arbeitszimmers und genießt, wenn es hell wird, wenn die Dunkelheit sich verzieht. Diese Zeiten haben sich in seiner Seele eingeprägt. „Es ist etwas zutiefst Hoffnungsvolles, mitzuerleben, wie die Nacht in den Tag übergeht….“. Jeden Morgen! Tomas Sjödin weiß, wie dunkel die Nächte des Lebens sein können, hat zwei Kinder verloren.

Es wird hell! Wie wunderbar sich das anfühlt, wenn eine unruhige Nacht vorbei ist, in der wir uns mit wilden Grübeleien von einer Seite zur anderen gewälzt haben, wenn wir nach dem Kranksein wieder munter sind, wenn Probleme ihre Wucht verlieren, wenn atmosphärische Störungen in der Familie sich auflösen, wenn es in der Weltpolitik bei Verbalattacken bleibt, die Waffen aber schweigen.

Wir gehen davon aus, dass eine Zeit kommt, in der CORONA nicht mehr das beherrschende Thema sein wird, das viel Angst, Leid und Tod in die Welt bringt. Bis dahin können wir füreinander Lichtblick und Lebensflüsterer sein, einander Mut machen, mit kleinen Gesten Großes bewirken, die Herzen von Menschen erreichen.

Das Leben feiern, obwohl wir nicht wissen, was kommt. Die Sonne genießen, trotz allem, was die Welt gerade heftig durcheinander wirbelt. Einander vom Schweren des Lebens erzählen und gleichzeitig Lieder, Bücher, Gebete, Erinnerungen und Menschen kennen, die Hoffnung und Durchhaltekraft schenken. „Befiehl du eine Wege und was dein Herze kränkt, der allertreusten Pflege des, der den Himmel lenkt. Der Wolken, Luft und Winden gibt Wege, Lauf und Bahn, der wird auch Wege finden, da dein Fuß gehen kann.

Buchempfehlung: Tomas Sjödin „Beginne jeden Tag wie ein neues Leben“, SCM-Verlag

26. März 2020 – Ich wollte nur mal deine Stimme hören

Ein Hoch auf alle, die das Telefon erfunden und weiterentwickelt haben. In Zeiten wie diesen ist es Gold wert, dass wir einander anrufen können. „Ich wollte nur mal deine Stimme hören!“ Es gibt viel zu erzählen, von Kellern, die gründlich ausgemistet und geputzt werden, von der Kanzlerin, die jetzt in Quarantäne ist, von Blumenläden, die schließen mussten und wir nicht wissen, wo wir zukünftig Salatpflanzen kaufen können. Es geht um Klopapier-Hamsterer und um die Angst vor dem, was kommt. So, wie Oma immer sagte: „Watt wert dorvon?“

Wir philosophieren, wie wir wohl in sechs Wochen aussehen werden, wenn wir bis dahin nicht zum Friseur gehen können, über den Luxus, in einem Haus mit großem Grundstück wohnen zu dürfen, in Waldnähe – während andere in der Stadt auf 80 qm mit zwei Kindern leben. Wir teilen das Leid, die Enkelkinder nicht besuchen zu können – oder den lieben Menschen, der gerade im Krankenhaus liegt, dem Nähe jetzt so gut täte. Wir fragen uns, wie die Corona-Krise die Welt verändern wird und uns selbst – und wann Alleinsein als Einsamkeit empfunden wird. Und wir denken an das unfassbare Leid, überall in der Welt!

Eine erzählt, dass sie jeden Abend eine Kerze anzündet und betet. Sie spürt, dass sie von einer Kraft getragen wird, die nicht ihre eigene ist.

Wenn Sie mich heute angerufen hätten, dann hätte ich Ihnen vom „Ingwer-Shot“ erzählt, von dem mein Mann und ich jetzt jeden Tag ein Schnapsglas voll trinken. Er soll das Immunsystem stärken.

100 Gramm Ingwer schälen und in kleine Stücke würfeln. Mit dem Saft von 3 Orangen und 3 Zitronen in einen Topf geben und mit dem Stabiler auf höchster Stufe 20 – 30 Sekunden pürieren. Dann die Flüssigkeit durch ein Sieb in eine Schüssel geben. 50 ml Agavendicksaft (oder Honig), 1 TL Zimt, 1 Messerspitze Cayennepfeffer und 2 TL Kurkuma hinzufügen und alles noch einmal gut durchmixen. Den Saft in eine Flasche abfüllen und in den Kühlschrank stellen. Die Menge reicht für ca. 7 Tage für 2 Personen.

25. März 2020 – Das Jetzt ist die wichtigste Zeit, die ich habe

Bergamo ist eine malerische Kleinstadt im Norden Italiens. Sie ist uns vertraut durch Bilder, die unter die Haut gehen, durch Menschen, die verzweifelt sind. Kaum eine Stadt beklagt so viele Corona-Tote wie Bergamo.

Aus einfachen Verhältnissen in Bergamo kam Papst Johannes XXIII. (1881 – 1963). Sie nannten ihn „Il Papa Buono“, weil er ein Gespür hatte für das, was die Menschen bewegte. Er wollte ihnen nahe sein, war bescheiden und ständig im Gespräch mit Gott. Er wünschte sich „einen neuen Frühling der Kirche“, dass etwas vom Geist des Evangeliums spürbar wurde im Miteinander, in der Gestaltung des Lebens, in der Verantwortung für die Welt.

Papst Johannes XXIII. hat zehn Gebote der Gelassenheit formuliert, die bis heute aktuell sind – gerade jetzt, wenn Menschen nicht weit im Voraus planen können, wenn sie spüren: Das Heute, das Jetzt ist die wichtigste Zeit, die ich habe.

Nur für heute werde ich mich bemühen, den Tag zu erleben, ohne die Probleme meines Lebens auf einmal lösen zu wollen. – Nur für heute werde ich mich den Gegebenheiten anpassen, ohne zu verlangen, dass sich die Gegebenheiten an meine Wünsche anpassen. – Nur für heute werde ich etwas tun, wozu ich eigentlich keine Lust habe. – Nur für heute werde ich nicht danach streben, die anderen zu kritisieren oder zu verbessern, nur mich selbst. – Nur für heute werde ich in der Gewissheit glücklich sein, dass ich für das Glück geschaffen bin.

Nur für heute werde ich eine gute Tat vollbringen. – Nur für heute werde ich zehn Minuten meiner Zeit einem guten Buch widmen. – Nur für heute werde ich keine Angst haben. – Nur für heute werde ich ein genaues Programm aufstellen. Vielleicht halte ich mich nicht genau dran, aber ich werde es aufsetzen. Und ich werde mich vor zwei Übeln hüten: vor der Hetze und der Unentschlossenheit. – Nur für heute werde ich glauben, selbst wenn die Umstände das Gegenteil zeigen sollten, dass Gott für mich da ist, als gäbe sonst niemanden auf der Welt. – Ich will mich nicht entmutigen lassen durch den Gedanken, ich müsse dies mein ganzes Leben lang durchhalten. Heute ist es mir gegeben, das Gute während 12 Stunden zu wirken.

24. März 2020 – Mundschutz-Maske

LandFrauen sind dafür bekannt, dass sie anpacken und helfen, wo es nötig ist. In der Corona-Krise fehlen Mundschutze allerorten: bei Ärzten, Hebammen, Pflegern, Physiotherapeuten, sozialen Einrichtungen – und im privaten Bereich. Der Bedarf ist groß.

LandFrauen, z.B. aus Rehren-Idensen setzen sich an ihre Nähmaschinen und legen los mit Stoffen aus reiner Baumwolle, die bei 60 ° waschbar sind. Nicht mehr benötigte Bett- und Tischwäsche lässt sich leicht besorgen. Sie haben eine wertvolle Aktion ins Leben gerufen, um Leben zu retten.

Für alle LeserInnen, die Freude am Nachmachen oder Mitmachen haben, hier die Nähanleitung – für alle anderen einfach nur ein wertvoller Impuls, der zeigt: wir alle können etwas tun, auch in dieser Zeit!

Ein herzliches Dankeschön an die LandFrauen. Mehr Informationen auf www.landfrauen-nlv.de

Material: 100 % Baumwollstoff (z.B. gebrauchte und gewaschene Bettlaken, Tischtücher, Geschirrtücher), Nähmaschine, Stoffschere, Nähgarn. Alternativ: Schrägband oder Gummiband.

Die Größe des Mundschutzes ist für Erwachsene ausgelegt, für Kinder dementsprechend bis 3 cm weniger Stoff zuschneiden.

Zwei 20 x 20 cm große Stoffteile abmessen und ausschneiden, die beiden rechten Seiten aufeinander legen. Bei farbigem Stoff sind es die sichtbaren Seiten. Ggf. mit Stecknadeln fixieren.

Das Viereck an drei Seiten 0,5 cm breit vom Rand mit geradem Stich abnähen. Bei der vierten Seite in der Mitte eine Öffnung von ca. 5 cm lassen.

In den vier Ecken den überstehenden Stoff vor der Naht schräg anschneiden. Den Stoff jetzt durch die Öffnung auf rechts ziehen, evtl. die Spitzen z.B. mit einem Bleistift etwas herausdrücken. Dann die Öffnung schließen, indem die Stoffkanten nach innen gelegt und von außen mit einer geraden knappen Naht abgenäht wird.

Jetzt in der Mitte des Stoffstücks drei Falten, jede ca. 1 cm einlegen und diese mit Stecknadeln an beiden Außenseiten fixieren. Die Falten mit einer geraden Naht knapp festnähen.

Die beiden Seiten des Mundschutzes, die parallel zum Mund laufen, gut 1 cm umklappen und festnähen. Der Saum sollte breit genug sein, damit ein Gummiband von ca. 20 cm Länge durchgeschoben werden kann. Dieses gelingt am besten mit einer Sicherheitsnadel.

Alternativ: Zwei Streifen Schrägband aus Baumwollstoff 90 cm lang, 2 cm breit, beide Streifen längs halbieren (knicken), Textilstück einschieben, mit Stecknadeln fixieren und festnähen. Die Bänder werden hinten am Kopf zusammengebunden.

Fertig! Bei 60 “ waschen. Die kleinen Masken bügeln und trocken und sauber in Plastikbeutel legen. Für den eigenen Gebrauch reichen 2 Masken. Jeden Abend bei mindestens 60 ° waschen.