14.12. – Platz schaffen

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Wir feiern heute den dritten Adventssonntag. Dazu gehört der Satz: „Bereitet dem Herrn den Weg; denn siehe, der Herr kommt gewaltig!“ – Macht Platz für den kommenden Gott!! Von ganz oben ist er unterwegs in die Wirklichkeit unserer Welt, unterwegs zu uns Menschen, mit allem, was dazugehört!

Platz schaffen! Platz schaffen in unseren vollen Köpfen, Kalendern, Tagen und Herzen. Frei sein von dem, was uns gefangen nimmt. Wegfegen, was im Weg liegt. Es schön machen für den Besuch. Staub wischen, der sich auf Vieles um uns herum gelegt hat, damit der Glanz wieder zu sehen ist.

Platz schaffen! Drei Kerzen werden angezündet. Hoffnungslichter, damit wir mehr haben als die Nachrichten des Tages. Hoffnungslichter, damit wir mehr haben als nur uns selbst – eine Geborgenheit, die tiefer reicht als unsere Angst und Traurigkeit.

Katja Ebstein hat vor vielen Jahren ein Lied geschrieben, das mich immer wieder bewegt, wenn ich es höre: „Frieden in mir und mit meiner Welt, heut hab ich das endlich erreicht …..“ Solche Momente tun gut, gerade jetzt, mit Musik, einem warmen Getränk, beim Blick ins Kerzenlicht. Ich schaffe das Leben nicht allein, aber ich spüre den Frieden, dass Gott die Wege mit uns geht, die wir zu gehen haben! „Frieden in mir und mit meiner Welt!“ Diesen Frieden wünsche ich uns!

13.12. – Tragt in die Welt nun ein Licht

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In Schweden wird heute das Fest der heiligen Lucia gefeiert. Lucia ist die Lichtbringerin. Sie trägt einen Kranz mit brennenden Kerzen auf dem Kopf und bringt Licht ins Dunkel bei ihren Besuchen in Altenheimen und Krankenhäusern, bei Menschen, die allein sind, die es schwer haben. Es gibt unter uns eine große Sehnsucht nach Licht. In der weiten Welt und in den Häusern nebenan.

Wie viele Menschen wünschen sich Licht-Blicke, Tröster, Zuhörer, Mutmacher. Einen, der sie aus dem Grüben befreit, der Enttäuschungen, Überforderung, Angst, trübe Gedanken, Einsamkeit und Trauer mit ihnen teilt.

Lucia trägt den Kerzenkranz auf dem Kopf. Dadurch hat sie die Hände frei, um Menschen helfen zu können, Gutes zu tun. Da sind Hände, die umarmen, beschenken, helfen, aufrichten, zupacken und segnen.

Was für ein schöner Gedanke: Wir alle können Licht in die Welt bringen, Licht-Schenker sein!

12.12. – Patience

Patience! Ein wunderbares Spiel für lange Winterabende. Man versucht, alle Karten in die richtige Reihenfolge zu bringen und hofft, dass das Spiel aufgeht, dass alle Karten abgelegt werden können. Konzentration trifft Entspannung. Patience heißt Geduld!

Es gibt Bereiche, da habe ich es nicht leicht mit der Geduld. Das brauchte viel Zeit, bis die Kinder selbst die Schnürsenkel ihrer Schuhe zubinden konnten, bis das erste Stück auf dem Klavier gespielt werden konnte. Mein Negativ-Rekord für die Bahnverbindung von Hannover nach Bückeburg liegt bei 4,5 Stunden (normal 40 Minuten).

Geduld! Wir haben uns daran gewöhnt, dass wir heute etwas bestellen, das morgen geliefert wird, dass wir heute kaufen, das wir erst in Zukunft komplett bezahlen müssen. – Von den LandFrauen, die mit dem großen Rhythmus des Lebens vertraut sind, habe ich allerdings eine unüberbietbare Weisheit gelernt, für die ich sehr dankbar bin: „Das Gras wächst nicht schneller, wenn man an den Halmen zieht!“

Patience! Darin steckt auch „Patient“. Patienten brauchen viel Geduld. Das lerne ich gerade. Und im Advent warten wir 24 Tage auf Weihnachten! Alles braucht seine Zeit. Dafür gibt es wohl den klugen, immer wieder gern zitierten Spruch: „Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann. Gib mir die Kraft, Dinge zu ändern, die ich ändern kann. Und gib mir die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.“

11.12. – Schlimmer geht’s nimmer??

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Es gibt Zeiten, da denkst du: Jetzt reicht’s! Die Handwerker kommen später als versprochen. Beim Einparken touchierst du das Auto der neben dir parkenden Frau. Corona verhindert die Teilnahme am Weihnachtsmarkt. In den Ohren rauscht es verdächtig unangenehm. Die rechte Gipshand verhindert nach wie vor das Schreiben der Weihnachtskarten!

Wie gut, dass ich eine meiner Lieblingsgeschichten wiedergefunden habe: Da ist ein Mann, der es mit seiner Familie (5 Kinder) nicht mehr in seiner Wohnung aushält. So viele Leute auf engem Raum! Alles ist viel zu klein, man geht sich gewaltig auf die Nerven – und an Besuch ist schon lange nicht mehr zu denken. Der Mann geht in seiner Not zu einem weisen Rabbi und bittet ihn um Rat.

„Du hast doch eine Ziege. Nimm die für eine Woche mit in eure Wohnung und dann kommst du wieder und erzählst mir, was das mit euch gemacht hat!“ – „Das meinst du doch nicht im Ernst, Rabbi!“ – „Doch, das meine ich im Ernst. Versuch’s einfach!“ Nach einer Woche ist der Mann samt Familie total am Ende. „Wir halten das nicht mehr aus in diesem Gestank! Was hast du uns bloß angetan?“ – Der Rabbi sagt: „Gut, dann bring die Ziege jetzt wieder auf die Wiese und komm in einer Woche wieder.“

Eine Woche später steht ein fröhlicher, glücklicher Mann vor dem Rabbi: „Stell dir vor: Kein Ziegengestank und keine Köttel. Wir haben Platz, genießen unser Zuhause und unsere Familie. Das Leben ist herrlich!“

Wenn die „Ziege“ nicht mehr da ist – was immer das heißt – dann sind wir dankbar und zufrieden. Dann ist der „halbe Mond rund und schön“. Dann freuen wir uns auch über das nicht perfekte, über die kleinen wertvollen Momente des Advents, darüber, dass wir einander haben! Wir sehen alles aus einem anderen Blickwinkel.

10. Dezember – Raue Schale, kostbarer Kern

Das sind Versprechen: Walnüsse senken den Cholesterinspiegel, sind gut fürs Herz und fördern die Konzentrationsfähigkeit. Sie haben wertvolle Vitamine und Proteine, stärken das Immunsystem und helfen bei Müdigkeit und Nervosität. Mehr geht nicht! Das können wir alle gut gebrauchen.

Der liebe Freund Fritz hat mir zwei Eimer von seiner reichen Walnuss-Ernte dieses Jahres geschenkt! Nun sind die Nüsse getrocknet und zum Verzehr bereit. Es kann geknackt werden! Nicht mit dem Hammer und brachialer Gewalt. Wir nehmen den eleganten Weg mit einem feinen Gerät. Nüsse-Knacken gehört zu Advent und Weihnachten.

Beim Öffnen der Nüsse kommen erstaunlich gute Gedanken: In diesem Jahr gab es manche Nuss zu knacken. Im Kleinen und Großen. Das war nicht immer leicht, hat viel Kraft gekostet. Ein lebenslanges Nüsse-Knacken ist uns aufgegeben. – Bei manchen Menschen war ich überrascht: Hinter einer rauen Schale versteckte sich ein kostbarer, feiner Kern. Es gehört wohl zur Lebenskunst, hinter der Außenseite das Verborgene, den eigentlichen Schatz zu entdecken. – Mit zunehmendem Alter merke ich, dass mutiger werde, meine „Innenseite“ zu zeigen.

9.12. – Kopf hoch …

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Ein kleines Gymnastikprogramm mit Gabi Fastner auf you tube ist mir mittlerweile zu einer Abendroutine geworden. Wenn es um Verspannungen im Nacken geht, dann beginnen die Übungen mit: Aufrichten, Kopf heben, auf den Schultern ruhen lassen, Blick leicht geneigt zum Horizont, Schultern nach hinten unten. Wenn du willst, kannst du dir ein Buch auf den Kopf legen, um die richtige Haltung zu überprüfen.

Aufrecht stehen! Kopf nach oben! Entspannt sein! Das ist eine schöne Vorstellung! Ich kenne das allerdings auch anders: Der Kopf ist schwer, voll mit belastenden Nachrichten und Grübeleien. Ich lasse ihn hängen, habe viel zu schultern, bin wie mit angezogener Handbremse unterwegs.

Im Advent gibt es einen bekannten Satz: „Seht auf und erhebt eure Häupter. Eure Erlösung ist nahe!“ (Lukas 21,28). „Kopf hoch!“ Bei der Gymnastik leuchtet mir das ein, als Trost ist das manchmal äußerst unsensibel dahergesagt. Trauern und viel zu tragen haben, braucht seine Zeit, da gibt es keine schnelle Lösungen.

Das „Kopf hoch“ im Advent ist wohl die Einladung, über das Hier und Jetzt hinauszuschauen, mit dem Beistand Gottes zu rechnen, auf den Sonnenaufgang nach einer langen Nacht zu hoffen – und tun, was möglich ist! Manchmal erinnere ich mich daran bei der Gymnastik am Abend!

8.12. – Du bist ein Geschenk

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Herrlich, wenn Menschen gute Ideen haben! Wie bei „kircheimdialog.de“! Mit Schleifenbändern und Postkarten werben sie dafür, dem einen oder der anderen zu sagen: „Du bist Geschenk“. Du bist wichtig und wertvoll in meinem Leben. Ohne dich würde mir, würde der Welt etwas fehlen.

Sie sind ein Geschenk, liebe Handchirurgin, haben mit einer Platte und 10 Schrauben meine Hand stabilisiert. Du bist ein Geschenk, lieber Mann, danke, dass Du da bist, omnipräsent, beim Öffnen von Dosen und abendlichen Massagen. Ihr seid ein Geschenk, liebe Müllmänner, bei Wind und Wetter mit den schweren Tonnen beschäftigt. Du bist ein Geschenk, liebe Freundin, bietest mir an, mich zu wichtigen Terminen zu fahren. Du bist ein Geschenk, wunderbare Osteopathin, die Verspannungen löst, HWS und Hüfte heilsame Kräfte schickt …..

Und wie ist das morgens vor dem Spiegel? Kann ich glauben, dass ich selbst auch ein Geschenk bin? Ohne Schleife und pi, pa, po – aber ein Lichtblick, eine Hilfe, eine mit Herz und Verstand, mit Empathie und Engagement, eine, die zupacken und zuhören kann. Immerhin steht in Psalm 139, Vers 14a: „Ich danke dir, dass ich wunderbar gemacht bin!“ Das ist auf jeden Fall ein Lächeln wert!

7. 12. – Dass es gut war

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Zweiter Advent. Es ist gemütlich im Wohnzimmer. Ofenwärme, Kerzenlicht, Apfelpunsch, der Herrnhuter Stern, acht Jahrgänge Winterausgabe der LandLust zum Schmökern. Von meiner aktuellen Playliste höre ich das neue Lied von Ina Müller: „Dass es gut war“! Manchmal verstehen wir erst im Rückblick, was wir Schönes erlebt haben, was uns das Leben geschenkt hat und wofür wir dankbar sein können.

In dieser Stimmung gehen meine Gedanken zurück an die Freiheit, die wir als Kinder vom Dorf genossen haben. Nachmittage im Wald, auf Bäume klettern, im Sommer Staudämme am Bach und im Winter Schanzen bauen. Im Rückblick weiß ich zu schätzen, wie viel ich meinen Eltern zu verdanken habe – und manchem Menschen, mit dem ich gemeinsame Wege gegangen bin!

Es gab eine Zeit, in der ich mit der Kleidergröße 40 gehadert habe, heute wäre ich dankbar, wenn ich wieder hineinschlüpfen könnte. Wie oft habe ich geschimpft, dass das Tagewerk einer Mutter am Abend entweder aufgegessen ist oder in ein Chaos verwandelt wurde, heute denke ich mit Freude an die Zeit mit vier wunderbaren quirligen Kindern. Es gab Wege, die viel Kraft gekostet haben – sie haben mich stark und lebensklug gemacht. Ina Müller singt: Dass es gut war, merkt man manchmal erst im Rückblick, manchmal erst dann, wenn man es verloren, für immer verloren hat!

Spannend finde ich, dass in der Bibel über jeden Schöpfungstag gesagt wird: „Und Gott sah, dass es gut war!“

6. Dezember – Überraschung!

LandFrauen aus dem Kreis Hameln-Pyrmont treffen sich mit Pastorin von Dewitz-Bodman zu einem Abendgottesdienst im Hamelner Münster St. Bonifatius, einer wunderbaren romanischen Kirche mit 1200 Jahren Geschichte.

Im Mittelpunkt stehen zwei Jahreslosungen: „Prüfet alles und behaltet das Gute“ aus dem Jahr 2025 und „Siehe, ich mache alles neu“ für 2026. Es ist ein stimmungsvoller Abend, begleitet vom Organisten Stefan Vanselow. Bei Gebäck und Punsch ergeben sich im Anschluss an den Gottesdienst lebhafte Gespräche.

Und hier noch die Geschichte, die ich seit Jahren zum Nikolaustag lese: Die Geschichte von der Rose an der Windschutzscheibe, geschrieben von Susanne Niemeyer, freie Autorin, kreative Schreiberin aus Hamburg, die auch andere gerne zum Schreiben inspiriert.

Susanne Niemeyer schreibt von einer Rose, die unter einen Scheibenwischer an der Windschutzscheibe ihres Auos geklemmt war. Eine Rose! Keine Nachricht, kein Gruß, keine Adresse. Einfach so! Wer war der „Rosenkavalier“? Ein heimlicher Verehrer oder einfach ein netter Zeitgenosse? Egal, sie schwebte durch den Tag, mit einem Lächeln im Gesicht. – Sie verspürte den Wunsch Rosen zu kaufen, um sie hinter die Scheibenwischer einiger Autos zu klemmen. Sie könnte etwas an die Türen der Nachbarn hängen, einen Gruß im Briefkasten hinterlassen ….. Sie stellte sich vor, dass der eine oder die andere so überrascht und überwältigt wäre wie sie selbst, als sie die Rose entdeckte.

Wann immer ich diese Geschichte lese, löst sie in mir eine große Freude aus. Ja, ich möchte heute, am Nikolaustag, Freude bereiten, weil ich ahne, wie eine kleine Überraschung das Leben verändern und einen Tag verzaubern kann!

5.12. – Ein großes Lob dem Ehrenamt

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Was wäre, wenn …? Was wäre, wenn es das Ehrenamt nicht gäbe? Feuerwehrleute, das Rote Kreuz, die DLRG, den Heimatverein und die Dorfgemeinschaft, die Übungsleiter im Sportverein und die „Küchen-Engel“ der Kirchengemeinde, die Mitarbeiter im Hospiz und in der Telefonseelsorge, Vereinsvorstände und Besuchsdienste, die LandFrauen, das Team der Tafel, die DLRG, die Chöre …….

Heute, am Internationalen Tag des Ehrenamtes ein herzliches Dankschön! Danke und Chapeau für alle, die dem menschlichen Klima in unserer Gesellschaft guttun, die das Wir im Blick haben, hingucken, hinhören und sich kümmern, etwas anzetteln in Sachen Gemeinschaft. Sie schenken ihre Zeit, ihre Begabung und ihr Engagement – und werden dadurch selbst beschenkt! Ohne sie ist eine Demokratie, ist menschliches Miteinander nicht lebendig und stark. Sie sind ein unbezahlbarer Schatz! Hoffentlich treffe ich heute den einen oder anderen, dem ich das persönlich sagen kann!!