
Das Leben ist durchwachsen. Auch am Heiligen Abend. Der Baum steht und ist geschmückt. Kinder und Enkel sind angereist. Alles ist vorbereitet und bedacht. Und dann drängt dich eine Entzündung zum Zahnarzt und du nimmst bei einer bewegenden Trauerfeier Abschied von einem besonderen Menschen und seiner Familie… Und über die Welt hätte Oma gesagt: „Die Menschen werden nicht gescheit!“
Wir feiern am Heiligen Abend eine Zeitenwende. Seitdem gibt es eine Zeit vor Christus und eine Zeit nach Christus. Die Geburt Jesu ist nicht in einem Palast geschehen, sondern in einem Stall. Mit Mist, Kälte und einem unangenehmen Wind, der durch die Ritzen pfeift. Keine Hebamme, kein heißes Wasser, keine keimfreien Tücher, kein APGAR-Test.
Der große Gott kommt in unsere Welt mit ihrem Kummer und Kuddelmuddel, mit ihrer Zerbrechlichkeit – damit wir nie mehr allein sind mit dem, was wir zu schultern haben. Er kommt dahin, wo nicht alles pico bello ist, in Ecken, die nicht aufgeräumt sind. Wir sind getragen, wenn unsere Kraft nicht reicht. – Am Heiligen Abend ist alles viel normaler als wir denken und gleichzeitig ist alles viel größer und geheimnisvoller, als wir ahnen. Diese Sternstunde der Menschheit dürfen wir feiern!
Danke, dass uns der Adventskalender für vier Wochen verbunden hat. Das gemeinsame Sehnen, Suchen und Entdecken tut gut. Bleiben Sie mit Ihren Lieben und unserer Welt behütet!
Mit guten Wünschen für wertvolle Weihnachtstage und einem herzlichen Schalom, Ihre/Eure Heidrun Kuhlmann






