4.12. – Die Botschaft vom Frieden

Ein schöner Abend in der Mindener Marien-Kirche. Margot Käßmann erzählt die Weihnachtsbotschaft. Lebendig, mit neuen Worten, nahe an den Themen der Gegenwart. „Friede auf Erden“, das ist auch die Sehnsucht unserer Tage. Jeder sechste Mensch in unserer Welt lebt in einem Kriegsgebiet.

„Friede auf Erden“, aufeinander zugehen, die Intoleranz und die Angst vor Fremden abbauen, eine kulturelle Vielfalt fördern. Das alles fängt im Kleinen an, kann aber weite Kreise ziehen. – Heiter ist die Geschichte vom „Auszug der Ausländer“ kurz vor Weihnachten. Da bleibt nicht viel an kulinarischen Genüssen, wenn Kaffee, Tee, Bananen, Mandarinen und Gewürze sich in ihre Heimat zurückziehen.

Es ist nicht naiv, wenn wir uns für eine gewaltfreie Welt zu engagieren, wenn wir die Geschichte des Friedens weiterschreiben, die damals in Bethlehem begonnen hat. Für Margot Käßmann ist es eine Herzensangelegenheit. Dazu gab es wunderbare Musik. Hans-Jürgen Hufeisen entlockte seinen Blockföten erstaunliche Klänge zu bekannten Weihnachtsliedern. Herrlich!!

3.12. – Flur-Geschichten

Die Kapelle im Klinikum Schaumburg ist ein guter Ort. Ich fühle mich aufgehoben mit meinen Gedanken, Fragen, Hoffnungen, mit dem, was den Körper und die Seele gerade überfordert. Die dicke Sandsteinmauer schenkt Lichtblicke. Hier finden wir Worte und Lieder, die trösten und Mut machen, eine Kraft, die größer ist als die, die wir selbst zur Verfügung haben. „Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.“

Später: Ich sitze auf dem Flur. Ab und zu bleibt jemand stehen oder setzt sich zu mir. Wir haben viel Zeit und viele Geschichten. Geschichten von Alleinsein und Demenz, von schwierigen Familienverhältnissen, der Ungewissheit, wie es weitergehen wird. Geschichten von dem, was auf den Magen schlägt und an die Nieren geht, von allerlei Alltagssorgen und Sonntagswünschen.

Wie schön wäre es, wenn die Erfahrung in der Kapelle ihre heilende Kraft entfaltet in den Flur-Geschichten des Lebens, in dem, was Menschen bewegt, was sie zu tragen und zu ertragen haben. Das Erzählen unserer Geschichten verbindet uns miteinander.

2.12. – „Vertrauen wächst, wo Menschen sich begegnen“

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Weihnachtsbrief der Präsidentin des Niedersächsischen LandFrauenverbandes, Elisabeth Brunkhorst:

In einer Zeit, in der vieles unsicher scheint, ist Vertrauen zu einer seltenen, fast kostbaren Ressource geworden. Wir erleben gesellschaftliche Spannungen, wir spüren, wie Meinungen sich verhärten, wie Misstrauen wächst – gegenüber Politik, Medien, Institutionen. Und wir erkennen: Gerade jetzt kommt es auf uns an.

Wir LandFrauen wissen: Vertrauen fällt nicht einfach vom Himmel. Es wächst – dort, wo Menschen sich begegnen, wo sie einander zuhören, wo sie Verantwortung übernehmen. Und genau das tut ihr, liebe LandFrauen, jeden Tag aufs Neue: in der Familie, im Beruf, im Dorf, im Ehrenamt, im Verband. Euer Engagement ist ein starkes Zeichen gegen Gleichgültigkeit. Ihr zeigt, dass Zusammenhalt stärker ist als Spaltung, und dass Miteinander mehr bewirkt als Misstrauen.

Auch politisch braucht unser Land dieses Vertrauen. Wir wünschen uns, dass Entscheidungen wieder näher am Menschen sind – in der Agrarpolitik, in der Gleichstellung, bei Fragen der Energie und der Daseinsfürsorge. Politik braucht Dialog, und Dialog beginnt mit Zuhören. Wir LandFrauen bringen uns ein – mit Erfahrung und Wissen, mit Herz und mit einer klaren Stimme. Denn Demokratie lebt nur, wenn Menschen sich gesehen und gehört fühlen.

Vertrauen verbindet uns im Verband. es macht uns stark – gerade in herausfordernden Zeiten. Es schenkt uns Zuversicht, Mut und Glauben daran, dass wir gemeinsam gestalten können. Vertrauen lässt uns hoffen, lachen, anpacken. Es zeigt uns: Wir sind nicht allein.

Ich danke euch von Herzen – für eure Zeit, für eure Ideen, für eure Wärme und Euer offenes Herz. Ihr alle macht die LandFrauenbewegung zu dem, was sie ist: eine starke Gemeinschaft, auf die man sich verlassen kann, in Niedersachsen und weit darüber hinaus.

Wenn wir auf das neue Jahr blicken, dann dürfen wir das mit Hoffnung tun. Mit dem Vertrauen darauf, dass aus kleinen Schritten Großes wächst. Mit der Zuversicht, dass Gemeinschaft trägt – gerade dann, wenn die Welt unruhig ist. Und mit der Gewissheit, dass wir Zukunft gestalten – mutig, herzlich und miteinander.

Möge das kommende Jahr uns Freude schenken, Momente, die berühren, Begegnungen, die Mut machen, und die Kraft, Neues zu wagen. Denn Zukunft entsteht dort, wo Vertrauen lebt – in jedem Gespräch, in jeder Idee, in jeder helfenden Hand.

Ich wünsche Euch und Euren Familien ein gesegnetes Weihnachtsfest, leuchtende Stunden des Friedens und ein neues Jahr voller Gesundheit, Hoffnung und Vertrauen.

Herzlich Eure Elisabeth Brunkhorst

01.12. – Zu viele Bälle in der Luft

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Faszinierend! Der Jongleur nimmt einen Ball nach dem anderen dazu und hält mit spielerischer Leichtigkeit sieben Bälle in der Luft. Schon beim Zuschauen steigt mein Adrenalinspiegel.

Wir sind nicht im Zirkus, nur im Advent. Erstaunlich, wie viele Bälle manche in der Luft halten, welches Pensum sie sich zumuten: Adventskalender für die Kinder oder Enkel basteln, Hausputz, Kekse backen, Geschenke kaufen, dekorieren, Karten schreiben, Verabredungen zum gemütlichen Beisammensein, Adventsfeiern, vorkochen, denen eine Freude machen, die es gerade schwer haben, Geschenke aus der eigenen Küche vorbereiten, Adventssingen, Nachrichten aus der großen und der privaten Welt verarbeiten, Gottesdienste besuchen, einkaufen …..

„Du hast zu viele Bälle in der Luft!“ sagte meine Mutter manches Mal. Ich hatte das selbst schon gespürt und mein Körper allemal. Heute möchte ich es der einen oder anderen Freundin sagen: „Du hast zu viele Bälle in der Luft!“ Die Adventszeit ist nicht als Hochleistungssport gedacht. Wir können entdecken, dass das Leben ein Geschenk ist. Wir können unseren inneren Reichtum wahrnehmen, das, was alles in uns schlummert. Wir können Musik hören, die unser Herz erreicht – und ahnen, dass oft etwas wesentliches bei uns zu kurz kommt. Wer viel gibt, braucht auch die Gelegenheit viel zu empfangen.

Ich bin gespannt, wie ich diese Adventszeit mit einer gebrochenen rechten Hand erleben werde!

1. Advent 2025

Anders als gedacht

Das aktuelle Bild hat keinen Alternativtext. Der Dateiname ist: Kerze.jpg

Advent! Es ist soweit! Die Häuser sind geschmückt. Die erste Kerze brennt.

Da ist die Vorfreude auf eine besondere Zeit mit Lichtern, Begegnungen, Überraschungen, Heimeligkeit – und mit dem geheimen Wunsch, etwas vom Glanz des Himmels möge in unsere Welt strahlen.

Und dann machte es KNACK! Ich falle die Treppe hinunter. Der Bruch im rechten Handgelenk ist so kompliziert, dass er operiert werden muss. Pause, bis zum 21. Dezember. Du brauchst Hilfe für das Haarewaschen und das Schließen der Knöpfe. Autofahren und Briefeschreiben sind nicht möglich. Du musst großzügig sein mit dem Haushalt und geduldig mit dir selbst.

Advent! Manche werden sagen: Ach, wenn es nur die Hand wäre, mein Kummer ist viel größer.

Das kleine Licht und die Wärme der ersten Kerze tun gut. Es wird längst nicht alles gut in der großen Welt und unserer kleinen, aber kleine Lichter sind wertvoll, erhellen die Stimmung. Eine bringt Kekse, hat Zeit und ein offenes Ohr. Einer pellt Mandarinen ab, ein anderer fährt mich zum Arzt und macht Mut.

Ich wünsche uns sehr, dass es hell wird in und um uns herum in dieser Adventszeit. Wer weiß, vielleicht können wir sogar zum Licht-Schenker werden, bringen ein kleines Licht von dem großen, das uns versprochen ist.

24. Dezember – Stille Nacht, heilige Nacht

Das Leben ist durchwachsen, auch im Advent und zu Weihnachten.

Du bekommst Blumensträuße wie diesen, Überraschungspost und -besuch. Die Kinder stellen einen Küchenplan auf, der regelt, dass alle mit anpacken. Du trinkst mit Mann und zwei Freundinnen morgens um 8.00 Uhr Kaffee auf dem Hamelner Wochenmarkt und genießt die Begegnungen beim „Lebendigen Adventskalender“.

Gleichzeitig erwischt Dich eine Magen-Darm-Geschichte. Ein Enkel hat Grippe, was bedeutet, dass aus einem gemeinsame Weihnachtsfest nichts wird. Du liest die Tageszeitung und fragst Dich, wie du das zusammenbringst mit dem Satz: „Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht und über denen, die da wohnen im finstern Land, scheint es hell.“ – Du siehst Lichterglanz in den Städten und Menschen, die müde und traurig sind! Es war ein Kampf, als Johann Sebastian Bach sein Weihnachtsoratorium geschrieben hat!

Das Leben ist durchwachsen. Auch zu Weihnachten. Ein Stall als Geburtsort für das himmlische Kind! Als wollte er uns sagen: Auch wenn nicht alles harmonisch ist, wenn nicht alle Erwartungen erfüllt werden, wenn nicht alles pico bello ist: Gott kommt in unsere Welt mit ihrem Kummer und Kuddelmuddel, mit ihrer Zerbrechlichkeit, damit wir nie mehr allein sind mit dem, was wir zu schultern haben.

Herzlichen Dank, dass uns der Seelenfutter-Adventskalender für vier Wochen verbunden hat. Das gemeinsame Suchen und Entdecken tut gut. Bleiben Sie mit Ihren Lieben behütet und freuen Sie sich darüber, dass Sie ein Schatz sind, ohne den Gott diese Welt nicht haben möchte.

Mit herzlichen Grüßen und guten Wünschen zum Weihnachtsfest,

Ihre Heidrun Kuhlmann

23. Dezember – Binde deinen Karren an einen Stern

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Im letzten Jahr bin ich als Prädikantin verabschiedet worden. Dazu gehörte ein Wort auf den Weg. „Binde deinen Karren an einen Stern“ (Leonardo da Vinci) hatte die Pastorin ausgewählt.

Der Karren mit dem, was zum Menschenleben dazugehört, ist voll beladen und kann zeitweise sehr schwer zu ziehen sein. Wer wüsste das nicht! Manches haben wir uns selbst aufgepackt – je tüchtiger, desto mehr. Manches wird uns aufgepackt: Abschied nehmen, Verantwortung tragen, enttäuscht werden, nicht (mehr) so können, wie man möchte, verlieren, altern ….

„Binde deinen Karren an einen Stern!“ Du hast leicht reden, lieber Leonardo! Wenn das so einfach wäre. Sterne strahlen am Firmament, ganz weit weg von uns. Zwischen unserem Karren und den Sternen liegen Welten! Ja, ich hab Himmelssehnsucht. Sehnsucht nach etwas, das größer ist als ich selbst, als das, was ich um mich herum vorfinde. Aber ich weiß, was Erdenschwere bedeutet, wie sie einen Menschen klein halten kann und mürbe macht!

Morgen ist Heiligabend! Gott wird Mensch, damit wir nie mehr alleine sind vor dem Karren, den wir zu ziehen haben! Wir ziehen jetzt mit einer Kraft, die nicht von dieser Welt ist! Das ist ein Bild, das mutig, fröhlich und gelassen macht! Gerade jetzt, einen Tag vor dem großen Fest!

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22. Dezember – Stille Momente

Der 4. Advent steht eigentlich unter dem Thema Freude! Aber es gibt Nachrichten, die halten sich nicht daran. Wir sind entsetzt, erschüttert und fassungslos, wenn wir sehen und hören, was in Magdeburg passiert ist. Wo sollen wir hin mit unserer Trauer, mit unserer Angst und den vielen Warums?

Ich zünde eine Kerze an und bete: Komm mit deinem Licht in unsere dunkle Welt! – Wir brauchen Dich, gerade jetzt, wenn sich Abgründe auftun. Wir bitten Dich für die Toten und die Verletzten und alle, die zu ihnen gehören!

Komm mit Deinem Licht in unsere dunkle Welt! Du kennst die Sehnsucht nach Frieden und die Orte, an denen gelitten wird. Du kennst die vielen Menschen, die traurig, einsam, krank und überfordert sind. Schick deinen Trost in alle Not und lass uns spüren, dass wir von guten Mächten geborgen sind.

Roger Cicero hat ein wunderbares Lied geschrieben: „In diesem Moment“. Das höre ich beim Blick auf die Kerze. Es braucht wohl diese stillen Momente, die uns trösten.

21. Dezember – Systemrelevant

Kirche in Fuhlen

Erinnern Sie sich an das Wort „systemrelevant“ in der Corona-Zeit? – Man fragte: Spielt ein Beruf oder eine Branche im Staat eine bedeutende Rolle, die für die Versorgung der Menschen wichtig ist? Man fragte auch, ob Weihnachten systemrelevant ist! Die Schauspielerin Iris Berben hat einmal einige wunderbare Sätze gesagt, die diese Frage beantworten könnten: „Weihnachten ist unerschütterlich. Ich kann mir das Jahr ohne Weihnachten gar nicht vorstellen. Weihnachten hilft die Unberechenbarkeit des Lebens auszuhalten. Auf irgendwas muss man sich doch verlassen können!“

Eine große Sehnsucht verbindet die Menschheitsfamilie. Nach Geborgenheit, nach Frieden und Liebe, nach einem Licht in der Dunkelheit, nach dem, der Heil schenken kann in unserer verwundeten Welt. – Eine große Sehnsucht verbindet Zufriedene und Einsame, Erfolgreiche und Gescheiterte, Suchende und Glaubende, Müde, Traurige und Abenteurer.

Was feiern wir zu Weihnachten? Der große Gott kommt klein, kommt auf Augenhöhe, nimmt teil an dem, was zum Menschsein dazugehört. Könnten wir leben ohne diese Geschichte, ohne diese große Einladung zur Menschlichkeit? Ohne diese Zusage, dass wir nicht allein sind auf den Wegen des Lebens! Weihnachten ist lebensrelevant!!

Mögen Frieden, Liebe und Freude von Weihnachten immer in dir und um dich sein durch all die hellen und dunklen Tage des kommenden Jahres!

20. Dezember – Mit dem Herzen schenken

Über 50 Rosen hat sie getöpfert, als Weihnachtsgeschenk für die MitarbeiterInnen im Hospizkreis. Beim Anschauen spürst du: Da ist viel Liebe drin! Sechs dünne, schmale Tonscherben hat sie kunstvoll zu einer Rose geformt und mit verschiedenen Farbtönen glasiert. Ich stelle mir vor, wie viele Gedanken sie dabei auf den Weg geschickt hat. Sie sagt, es habe sie entspannt.

Mit dem Herzen schenken! – Das ist wertvoll und selten. Die Rose von Sabine ist ein wunderschönes und passendes Präsent für die Zeit- und NäheschenkerInnen im Hospizkreis.

„Es ist ein Ros entsprungen“ gehört zu den beliebtesten Weihnachtsliedern, zu denen, die mit ihrer Melodie am meisten anrühren. – Eine Christrose vor der Haustür lässt mich ahnen, worum es geht: „Mitten im kalten Winter, wohl zu der halben Nacht.“ Mitten im Seelengrau etwas Blühendes, das unser Herz erfreut! Mitten im Leben, das ist, wie es ist, ein heller Schein!

Die handgetöpferte Rose von Sabine passt wunderbar zur Weihnachtsstimmung! Danke!