19. Dezember – Schenken macht glücklich

Der Mann an meiner Seite hat in diesem Jahr Weihnachtskarten entworfen. Siehe oben. Mit seiner Kreativität und dem, was dabei herausgekommen ist, hat er mich reich beschenkt! Wie heißt es doch: Schenken macht glücklich: Schenker und Beschenkte!

Jetzt ist Schenke-Zeit. Wahrscheinlich liegt der Ursprung bei den drei Königen oder Weisen aus dem Morgenland, die zur Geburt Jesu Geschenke mitgebracht hatten: Gold, Weihrauch und Myrrhe. Die Künstlerin Beate Heinen hat eine etwas andere Version dieser Szene gemalt, an der ich große Freude habe.

Der Jüngste bringt sein Zeugnis mit. Da steht ein „ungenügend“ drauf. Der Mittlere hält ein zerbrochenes Gefäß in seinen Händen. Der Ältere nimmt seine fröhliche Maske ab und zeigt sein unverstelltes Gesicht. – Für mich heißt das: Zu Weihnachten darf ich mitbringen, was „ungenügend“ ist, nicht fertig geworden, wo ich hinter eigenen und fremden Erwartungen zurückgeblieben bin. Ich darf mitbringen, was zerbrochen ist an Bildern vom Leben und vom Gelingen, an Beziehungen, an Scherben, die mich verletzt haben – an dem, was bruchstückhaft bleibt. Ich darf mitbringen, wie es im Inneren aussieht. Wie sind nicht immer gut drauf und stark, belastbar und taff. Es ist nicht immer so, wie es nach außen scheint. Das Leben hat Spuren hinterlassen in unseren Herzen und Gesichtern.

Das feiern wir zu Weihnachten: An der Krippe, bei Jesus ist Platz für alles, was wir mitbringen. Für alles! „Freut euch, denn euch ist heute der Heiland geboren!“

18. Dezember – Die heilenden Kräfte der Musik

Am 3. Advent hatte ich die Ehre, das Weihnachtskonzert der Schützenkapelle Kathrinhagen und des Musikvereins Hülsede zu moderieren. Es war ein Genuss, ich konnte die Musik im Bauch spüren. Sie wirkte, wie es von Fachleuten beschrieben wird: Sie kommt dahin, wo Dopamine, Endorphine und deren befreundete Glückshormone wohnen, z.B. bei „Feliz Navidad“. Die Musik senkt den Stresspegel, verändert Herzschlag und Blutdruck, z.B. beim „Concerto d’amore“. Bei „Highland Cathedral“ und „Moon River“ setzt sie große Gefühle frei. Herrlich! Musik beflügelt, entspannt und beruhigt. Sie erreicht Stellen in uns, zu denen Worte keinen Zugang haben!

Wenn es um die heilende Kraft der Musik geht, finden wir in der Bibel ein gutes Beispiel. König Saul war lange Zeit erfolgreich, eine strahlende Persönlichkeit. Im Alter ist er oft niedergeschlagen und überfordert, wir würden es heute wohl depressiv nennen. Was kann helfen? Seine Leute können es nicht aushalten, ihn so leiden zu sehen. – Sie haben von einem besonderen Musiker gehört, von David! Der hat viele Lieder geschrieben (später sind sie als Psalmen bekannt geworden), die er auf einer Art Zither vorträgt! David wird zum König gerufen – und immer, wenn er spielt und singt, kann Saul sich entspannen, die Ängste beruhigen sich, das schlimme Stimmungstief zieht ihn nicht mehr nach unten. – David spielt für den König, wenn es sein muss, auch in der Nacht. Ein wunderbares Beispiel für die heilenden Kräfte der Musik, für eine gelingende Musiktherapie!

Wie wäre es mit einer Play-List für Musik, die mir wohltut? Ich werde die Enkel um Hilfe bitten. „O du fröhliche“ wird auf jeden Fall zu hören sein!

17. Dezember – Gemeinschaft gibt uns Kraft

Weihnachtskarte des Niedersächsischen LandFrauenverbandes Hannover, 2024

Meine Mutter hat als „Kulturfrau“ viele Bäume gepflanzt. Buchen, Kiefern und Fichten. Weil der damalige Förster eine Vorliebe für exotische Bäume hatte, auch einige amerikanische Mammutbäume. Das war 1960 bei uns im Bückeberg, im Schaumburger Land. Mittlerweile sind sie hoch gewachsen und haben einen erstaunlichen Durchmesser. In ihrer Heimat werden sie über 1000 Jahre alt!

Interessant ist: Diese Baumriesen haben flache Wurzeln. Wie schaffen sie es, bei ihrer Größe Stürme, Trockenperioden oder Erdbeben zu überstehen? Die Experten wissen: Das Wurzelwerk wächst in die Breite, bis es auf die Wurzeln der „Mammutnachbarn“ stößt. Die Wurzeln verbinden sich miteinander. Wie genial ist das denn! Sie bekommen ihre Stärke aus dem Zusammenhalt! Gemeinschaft gibt uns Kraft!

Bundestrainer Julian Nagelsmann hat nach der EM große Worte gefunden. Er hat uns daran erinnert: Das Leben in unserer Gesellschaft ist auch ein „Mannschaftssport“. Wir sind nicht alle für uns allein, wichtig ist, dass wir zusammenhalten. Wir geben gemeinsam Gas, dass es Deutschland gut geht. „Ich habe das Gefühl, viele wissen gar nicht, in welch schönem Land wir leben!“ Julian Nagelsmann appellierte daran, gemeinsam die Zukunft zu gestalten und nicht jeder/jede für sich. Das waren starke Worte, die viele beeindruckt haben! Gemeinschaft gibt uns Kraft!

16. Dezember – Im Team der Weltgestalter

Foto: Pixabay

Nur fünf Jahre haben die Franzosen gebraucht, um die berühmte Kathedrale Notre Dame in Paris wieder aufzubauen. Notre Dame! Napoleon Bonaparte hat sich hier zum Kaiser gekrönt. Der „Glöckner von Notre Dame“ wurde durch den Schriftsteller Victor Hugo weltbekannt. – Über 800 Jahre alt ist die wunderbare Kirche mitten in der Stadt! Sie steht mit ihrer Baukunst für die Erhabenheit des Lebens, größer als das, was Menschen zustande bringen, größer als die Ereignisse der Weltgeschichte, die wir bedeutend nennen!

Bei den Berichten über den Wiederaufbau habe ich mich an eine alte Geschichte erinnert. Ein Mann geht an einer Baustelle vorbei und schaut den Steinmetzen zu. Er fragt die Männer, was sie machen. Der erste sagt: „Ich behaue Steine.“ Der zweite sagt: „Ich verdiene hier meinen Lebensunterhalt!“ Der dritte sagt mit einem Leuchten in den Augen: „Ich baue eine Kathedrale!“ – Wir spüren den Unterschied!

Wenn man uns Frauen in dieser Zeit vor Weihnachten fragt, womit wir beschäftigt sind, was werden wir sagen? „Ich putze“, „Ich kaufe für 13 Personen ein“, „Ich plane das Essen für die Feiertage“, „Ich schreibe noch ein paar Karten“, „Ich muss noch ein paar Geschenke besorgen“…. „Muss ja!“

Was halten Sie von dieser Variante: „Ich arbeite mit im großen Team der Weltgestalter, die Jesus mal „Licht der Welt“ und „Salz der Erde“ genannt hat. Ich versuche die kleine Welt um mich herum zu einem Ort zu machen, an dem andere sich gut aufgehoben fühlen, an dem Respekt, Wertschätzung, Vertrauen und Liebe zu spüren sind!“

15. Dezember – Achtsam im Advent

Kirche in Fuhlen

Achtsam im Advent. Ein spannendes Thema. In allem Vorbereiten, sich Gedanken machen und Funktioneren kleine Nischen schaffen, in denen wir still werden! In den Körper hineinhorchen und wahrnehmen, wie sich das Leben anfühlt.

Gern erinnere ich mich an eine „Schokoladen-Meditation“, eine Übung zu bewusstem Essen. Auf einem großen Teller lag ein kleines Stück Schokolade. Wir sollten uns 10 bis 15 Minuten Zeit nehmen, um dieses kleine Stück bewusst zu genießen. Leute, das war eine Herausforderung! Anschauen, den Duft wahrnehmen, berühren, in die Hand nehmen und wieder zurücklegen, schmecken ….

Achtsam sein! Wovon habe ich zu viel und wovon habe ich zu wenig? Gebe ich der Arbeit, die zu erledigen ist, die Zeit, die sich braucht – oder hetze ich von einem zum anderen? Bin ich aufmerksam, wenn mir Menschen etwas erzählen? Nehme ich bewusst auf, was ich lese, oder fliege ich nur über die Zeilen? Bewahre ich ein Gespür dafür, dass die wesentlichen Dinge im Leben ein Geschenk sind?

Ein Rabbi hat gesagt: „Gott wohnt da, wo man ihn einlässt!“ Bin ich dafür offen? Bei Punsch und Gemütlichkeit, bei langen To-do-Listen, im fröhlichen Beisammensein und in Einsamkeit, in Zufriedenheit und Kummer? Achtsam leben, mit Gott an der Seite – das möchte ich in diesen Tagen versuchen und genießen.

14.Dezember – Das gute Ende

Foto: Pixabay

Viele LandFrauen-Gruppen sind nach Cornwall gereist, um sich die wunderschönen Gärten anzuschauen: Die Rosen, die Cottages, die herrliche Landschaft. Dass wir zu diesen Reisen von Rosamunde Pilcher inspiriert worden sind, behalten wir meistens für uns, gilt dieses Film-Genre doch als etwas seicht und kitschig. Mein Mann weiß nach drei Minuten, wie die Geschichte ausgeht. Bei manchen Sätzen kann er deren Anfang beenden. Da ist ein müdes Lächeln für seine ansonsten aufgeklärte, kluge Frau!

Bei allem Herzschmerz, bei Affären, Geheimnissen und Schurken, bei Intrigen, Fieslingen, Schicksalsschlägen und hintergangenen Frauen, gibt es ein Happy End. Darauf können wir uns verlassen. Als ich neulich eine Kolumne von Oberlandeskirchenrat Helmut Aßmann zu diesem Thema gelesen habe, war ich sehr dankbar und hatte den Eindruck, dass er das Pilcher-Publikum versteht. Er schrieb: „Das kleine gute Ende ist eine tröstende, ermutigende Erinnerung an eine tiefe Hoffnung!“

Diese Hoffnung tut gut in allen Entwicklungen, bei denen derzeit kein gutes Ende in Sicht ist. Wir brauchen solche Nischen des Gelingens, der Freude, Versöhnung und Menschlichkeit auf den Wegen durchs Leben!

Der Evangelist Matthäus schreibt über die tiefe Hoffnung, die wir haben dürfen: „Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende!“ (28, 20)

13. Dezember – Licht im Dunkeln

Foto: Pixabay, Christina Zelterberg

Stellen Sie sich vor: Gestern Abend ist uns in Bückeburg ein Engel begegnet! Ein hübsches Mädchen im langen weißen Kleid, mit blonden Haaren und einem strahlenden Gesicht. – So ähnlich stelle ich mir die Lucia vor, deren Festtag heute in Schweden gefeiert wird. Lucia trägt einen Kranz mit brennenden Kerzen auf dem Kopf. Sie bringt Licht ins Dunkel bei ihren Besuchen in Altenheimen und Krankenhäusern, bei Menschen, die allein sind, die es schwer haben. Die Hände hat sie frei, um Gutes tun zu können.

„Kannst du das Licht noch anlassen?“, bitten die Kinder. Sie können besser zur Ruhe kommen und einschlafen, wenn es nicht ganz dunkel ist. Ich kann das gut verstehen. Dunkelheit macht Angst. Wie viele Menschen wünschen sich Lichtblicke, Hellmacher, Tröster, Mutbringer ….! Einen, der sie aus dem Grübeln befreit, der Enttäuschungen, Überforderung und Trauer mit ihnen teilt. – Dass wir mehr miteinander reden als übereinander. Dass wir aufeinander zugehen und nicht allein lassen. Es gibt unter uns eine große Sehnsucht nach Licht! In der großen Welt und in den Häusern nebenan!

Für heute wünsche ich uns „lichte Momente“.

„

12. Dezember – Gute Nachrichten

Gestern bei der Caritas, heute bei der AWO: Es gibt noch gute Nachrichten in der Welt – inmitten der düsteren! Es gibt Tafeln, Frauenhäuser, Schuldnerberatung, das Café Kinderwagen zur Begleitung von jungen Eltern. Es gibt Hilfe bei häuslicher Gewalt, Arbeitslosigkeit und Problemen in der Familie. Es gibt die Beratung und Begleitung von Zuwanderern. Wer in Not gerät, kann sich auf die Hilfe dieser Organisationen verlassen, in denen viele Ehrenamtliche mitarbeiten.

Gute Nachrichten! Es gibt Freunde, die nicht im Stich lassen. Menschen, die andere besuchen. Männer, die Kaputtgegangenes reparieren, damit nichts Neues gekauft werden muss. Männer und Frauen in der Freiwilligen Feuerwehr, die nachts aufstehen, wenn ein Notruf kommt. Leute, die es schaffen, einen Aufsitzmäher gemeinsam zu nutzen. Es wird viel geholfen, aufeinander geachtet und gepflegt. Oft im Stillen.

Gute Nachrichten! Das Herz schlägt 100 000 mal am Tag. Mit großer Verlässlichkeit geht jeden Morgen die Sonne auf. Menschen pflanzen Bäume und füttern im Winter die Vögel. Im Briefkasten liegen Weihnachtskarten. Einer ruft an, der sich lange nicht gemeldet hat. Fußpflege und Osteopathie sind eine Wohltat. Mit Segen gehst du anders durch die Welt. Die Brieftägerin will nicht aufgeben, obwohl die Zahl der Pakete immer größer wird. Die Kekse sind gelungen, aus der Dusche kommt angenehm warmes Wasser…. Und Reinhard Mey singt „Über den Wolken“.

Es gibt sie, die guten Nachrichten! Gracias a la vida!

11. Dezember – Von guten Mächten geborgen …

Wir zünden eine Kerze an und schicken gute Gedanken, Wünsche und Gebete auf den Weg. Zu Menschen, die uns viel bedeuten. Zu denen, die Verantwortung tragen in Berlin, Paris, Washington, Moskau, Jerusalem, Damaskus und Peking.

Wir bitten um Kraft und Heilung für jemand, der gerade eine schwierige Zeit hat. Um Frieden für die Welt. Für unsere erwachsenen Kinder. Für die Zukunft der Enkel. Für jemand, der trauert und vermisst. Für die Schöpfung, die leidet.

Wir bitten um Einsicht, um Veränderungen, die um des Lebens willen wichtig sind. Wir vertrauen Gott die an, auf die wir keinen Einfluss haben. Die vielen Kerzen im Dom zeigen an, wie groß die Sehnsucht ist, nicht allein zu bleiben und zu lassen mit dem, was ist – von guten Mächten geborgen zu sein.

10. Dezember – You’ll Never Walk Alone

„Das war mega cool“, sagte Enkelin Hanne (9) nach einem Besuch im Dortmunder Fußballstadion. 73 500 Menschen waren gekommen: Junge und Alte, Borussia-Fans und andere Singfreudige. Ein Weltrekord!

„Dortmund singt Weihnachtslieder“. Bei gedimmten Licht wurden die Texte auf der Rasenfläche für alle gut sichtbar eingeblendet. Das musikalische Programm war vielseitig: Die „Weihnachtsbäckerei“, „Jingle Bells“, „Feliz Navidad“, „Kling Glöckchen klingeling, „O du fröhliche“. „Der Stern über Bethlehem“ gehörte ebenso dazu wie „Leuchte auf, mein Stern Borussia“,

Da, wo sonst Emre Can, Julian Brandt und Nico Schlotterbeck unterwegs sind, zauberte eine faszinierende Technik stimmungsvolle Bilder auf den Rasen. Die Leuchten der Handys sorgten für ein festliches Lichtermeer. Es versteht sich von selbst, dass es keine Pyrotechnik gab, bei manchen Liedern allerdings 100 Dezibel.

Das Singen verbindet die Menschen. Ist es das „Wir-Gefühl“, die Sehnsucht nach Frieden, Menschlichkeit und Herzenswärme? Ist es in dieser Zeit der Wunsch, etwas vom Glanz des Himmels möge in unsere Welt, in unseren Alltag strahlen? „You’ll Never Walk Alone“ passte gut zur Stimmung im Stadion.