Nudeln mit Kürbisragout

Zutaten:

500 g Nudeln (Penne oder Bandnudeln), 1/4 Kürbis (in kleine Stücke geschnitten), 50 g Butter, 1 Zwiebel (gehackt), 1 Knoblauchzehe (gepresst), 1 Becher Schwand, Salz, Pfeffer, Cayenne-Pfeffer, 1 Bund Salbei

Zubereitung:

Salbei in Butter braten. Herausnehmen und zur Seite stellen. In der Butter Zwiebel, Knobi und Kürbiswürfel weich dünsten. Salbei und Schmand hinzufügen und mit Salz, Pfeffer und Cayenne-Pfeffer würzen.

Blitzbrot à la Elsbeth

Zutaten:

250 g Dinkelmehl, 250 g Weizenvollkornmehl, 450 ml Wasser, 1 Päckchen Hefe, 75 g Sonnenblumenkerne, 75 g Sesam- oder Kürbiskerne, 2 Teelöffel Salz, 2 EL Zitrone oder Essig

Zubereitung:

Hefe mit dem Wasser verrühren, dann mit den anderen Zutaten vermengen und in eine Form geben. In den kalten Backofen stellen und 1 Stunde bei 200° backen. Herausnehmen und mit kaltem Wasser bepinseln. Für 10 Minuten in den noch warmen Backofen stellen.

Langzeitwirkung

Das war eine Überraschung vom Allerfeinsten. Die Karte von einer jungen Studentin hat mich eine Woche lang beflügelt.

Nach Abschluss des Studiums hatte sie das Bedürfnis, Menschen zu danken, die sie geprägt und begleitet haben. Wir hatten gar nicht viele Berührungspunkte, aber die wenigen waren wohl wertvoll für sie. So ein Feedback tut gut. Es zeigt, dass viel mehr zwischen Menschen geschieht, als sie wahrnehmen. Oft in Langzeitwirkung.

Christian Morgenstern hat ein schönes Gedicht geschrieben:

Aus stillen Fenstern

Wie oft wirst du gesehen aus stillen Fenstern,

von denen du nichts weißt …..

durch wie viel Menschengeist magst du gespenstern,

nur so im Geist?

Wenn die Tage jetzt kürzer werden, möchte ich die langen Abende nutzen, um dem einen oder anderen zu sagen, wie viel er mir bedeutet.

Einen Euro für das Sparschwein

Die Kaffeerunde trifft sich regelmäßig. Auf dem Tisch steht ein Sparschwein. Die Frauen haben vor einigen Jahren einstimmig beschlossen: Wer nach Kaffee und Kuchen noch über Krankheiten spricht, der muss einen Euro ins Sparschwein stecken!“

Im Klartext: „Kommt, lasst uns das Thema wechseln. Lasst uns den Krankheiten nicht zuviel Raum geben in unserer Runde. Es gibt doch auch viel Schönes zu erzählen. Etwas, das uns aufbaut!“

Bei manchen Treffen habe ich das ebenso empfunden und fand die Idee originell und konstruktiv. Mittlerweile sehe ich auch das andere: Der Mensch braucht manchmal einen Ort, an dem er über das sprechen kann, was sein Leben gerade beherrscht. der Mensch braucht einen Ort, wo man ihm zuhört, wo andere teilnehmen an dem, was ist! Wozu sind denn Freundinnen oder gute Bekannte da?

Ich wünsche mir für unsere Kaffeerunden, für unsere Feiern im Freundeskreis, für unsere Kirchengemeinden, dass wir einander erzählen können, wie es bei uns und in uns aussieht. Und gleichzeitig: dass wir uns Geschichten erzählen, die Mut machen, die von Weite sprechen, wo gerade Enge ist, die über das Hier und Jetzt hinausgehen – und die auf Gott vertrauen, mitten im Leben, das ist, wie es ist!

Wer bin ich?

Wer bin ich? Sie sagen mir oft, ich träte aus meiner Zelle gelassen und heiter und fest, wie ein Gutsherr aus dem Schloss.

Wer bin ich? Sie sagen mir oft, ich spräche mit meinen Bewachern frei und freundlich und klar, als hätte ich zu gebieten.

Wer bin ich? Sie sagen mir auch, ich trüge die Tage des Unglücks gleichmütig, lächelnd und stolz, wie einer, der Siegen gewohnt war.

Bin ich das wirklich, was andere von mir sagen? Oder bin ich nur das, was ich selbst von mir weiß? Unruhig, sehnsüchtig, krank, wie ein Vogel im Käfig, ringend nach Lebensatem, als würgte mir einer die Kehle, hungernd nach Farben, nach Blumen, nach Vogelstimmen, dürstend nach guten Worten, nach menschlicher Nähe, zitternd vor Zorn über Willkür und kleinlichste Kränkung, umgetrieben vom Warten auf große Dinge, ohnmächtig bangend um Freunde in endloser Ferne, müde und leer zum Beten, zum Denken, zum Schaffen, matt und bereit, von allem Abschied zu nehmen?

Wer bin ich? Der oder jener? Bin ich denn heute dieser und morgen ein anderer? Bin ich beides zugleich? Vor Menschen ein Heuchler und vor mir selbst ein verächtlicher wehleidiger Schwächling? Oder gleicht, was in mir noch ist, dem geschlagenen Heer, das in Unordnung weicht vor schon gewonnenem Sieg?

Wer bin ich? Einsames Fragen treibt mit mir Spott. Wer ich auch bin, Du kennst mich. Dein bin ich, o Gott!

Dietrich Bonhoeffer: Widerstand und Ergebung, Seite 242

Mist

Das Pferd macht im Stall den Mist, und wiewohl der Mist Unflat und Gestank in sich hat, zieht dasselbe Pferd denselben Mist mit großer Anstrengung auf das Feld, und daraus wächst edler, schöner Weizen und der edle, süße Wein, der nirgends so wachsen würde, wäre der Mist nicht da.

Ebenso trag deinen Mist – das sind deine eigenen Schwächen, mit denen du nicht fertig werden, die du nicht ablegen und überwinden kannst – mit Anstrengung und Fleiß auf den Acker des liebevollen Gottes und breite den Mist auf das edle Feld: ohne Zweifel wächst daraus in demütiger Gelassenheit edle, wonnigliche Frucht.

Johannes Tauler

Wo Himmel und Erde sich berühren

Es waren zwei Mönche, die lasen miteinander in einem alten Buch, am Ende der Welt gebe es einen Ort, an dem der Himmel und die Erde sich berühren. Sie beschlossen, ihn zu suchen und nicht umzukehren, ehe sie ihn gefunden hätten. Sie durchwanderten die Welt, bestanden unzählige Gefahren, erlitten alle Entbehrungen, die eine Wanderung durch die ganze Welt fordert, und alle Versuchungen, die einen Menschen von seinem Ziel abbringen können.

Eine Tür sei dort, so hatten sie gelesen, man brauche nur anzuklopfen und befinde sich bei Gott. Schließlich fanden sie, was sie suchten, sie klopften an die Tür, bebenden Herzens sahen sie, wie sie sich öffnete. Als sie eintraten, standen sie zu Hause in ihrer Klosterzelle.

Da begriffen sie: Der Ort, an dem Himmel und Erde sich berühren, befindet sich auf dieser Erde, an der Stelle, die uns Gott zugewiesen hat.

Verfasser unbekannt

Wer eine ähnliche Geschichte für Kinder sucht: „O wie schön ist Panama“ von Janosch

Trost

Ich glaube, dass Gott aus allem, auch aus dem Bösesten, Gutes entstehen lassen kann und will. Dafür braucht er Menschen, die sich alle Dinge zum Besten dienen lassen.

Ich glaube, dass Gott uns in jeder Notlage soviel Widerstandskraft geben will, wie wir brauchen. Aber er gibt sie nicht im voraus, damit wir uns nicht auf uns selbst, sondern allein auf ihn verlassen. In solchem Glauben müsste alle Angst vor der Zukunft überwunden sein.

Ich glaube, dass auch unsere Fehler und Irrtümer nicht vergeblich sind, und dass es Gott nicht schwerer ist, mit ihnen fertig zu werden, als mit unseren vermeintlichen Guttaten.

Ich glaube, dass Gott kein zeitloses Fatum ist, sondern dass er auf aufrichtige Gebete und verantwortliche Taten wartet und antwortet.

Dietrich Bonhoeffer: Widerstand und Ergebung, Seite 22f

Fang erst einmal an

Wie sie wohl zu ihren Weisheiten gekommen sind, unsere Alten. So ganz ohne psychologische Ratgeber und Coaches, ohne Lebenshilfe-Talkshows. An einem Tag, an dem ich mir am liebsten die Bettdecke über den Kopf gezogen hätte, an dem meine Stimmung nicht stimmte, an dem ich kraft- und lustlos einfach nicht in die Puschen kam, da sagte Großmutter: „Fang doch erst mal an!“

„Gut, ich fange an!“, so habe ich es ihr versprochen. Und was passiert? Nachdem die Schwerkraft überwunden ist, ändert sich meine Befindlichkeit. Ich bekomme Lust auf mehr. Kleine Anfangserfolge beflügeln mich zu mehr.

Stellen Sie sich vor: Ich beschäftige mich 15 Minuten mit Freund Giersch und spüre, wie mir gute Gedanken zufliegen, wie es flutscht. Ich sitze 15 Minuten an der Steuererklärung und komme nicht davon los.

Mag sein, dass es bei uns Menschen ähnlich ist wie bei einer Rakete. Die braucht unvorstellbar viel Schubkraft, um die Erdanziehung zu überwinden. Aber wenn sie erst einmal auf ihrer Bahn ist, dann steht ihr der ganze Himmel offen.

Einstimmen

Bevor das Orchester den ersten Ton spielt, werden die Instrumente gestimmt. Auf den Kammerton a. Piccoloflöten und Harfen, Trompeten und Kontrabass brauchen den gleichen Ausgangston für einen harmonischen Zusammenklang.

Wir brauchen wohl auch so ein Einstimmen auf den Ausgangston allen Lebens, dass wir uns einschwingen in den großen Fluss allen Seins, in eine Gelassenheit, die nur möglich ist, wenn wir zulassen und loslassen können, in das Wissen, dass wir geliebt sind.

Jeden Morgen, vor allem Planen, vor allen Nachrichten, bevor ich mit dem Tagespensum loslege, möchte ich mich einstimmen auf das große Ganze. Auf den Gott, der uns gut macht durch seine Güte, stark durch seine Stärke, schöpferisch durch seine Schöpferkraft und weise durch seine Weisheit. Und wenn wir scheitern, sind wir aufgefangen in seiner Gnade.

Das ist gut zu wissen für den Tag. Dann ist auf jeden Fall weniger Druck Angst, weniger Kakophonie.

Jeden Morgen singen mein Mann und ich ein Lied: „All Morgen ist ganz frisch und neu des Herren Gnad und große Treu. Sie hat kein End den langen Tag, drauf jeder sich verlassen mag.“ (Evangelischen. Gesangbuch 449, Vers 1)