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Ein kleines Gymnastikprogramm mit Gabi Fastner auf you tube ist mir mittlerweile zu einer Abendroutine geworden. Wenn es um Verspannungen im Nacken geht, dann beginnen die Übungen mit: Aufrichten, Kopf heben, auf den Schultern ruhen lassen, Blick leicht geneigt zum Horizont, Schultern nach hinten unten. Wenn du willst, kannst du dir ein Buch auf den Kopf legen, um die richtige Haltung zu überprüfen.
Aufrecht stehen! Kopf nach oben! Entspannt sein! Das ist eine schöne Vorstellung! Ich kenne das allerdings auch anders: Der Kopf ist schwer, voll mit belastenden Nachrichten und Grübeleien. Ich lasse ihn hängen, habe viel zu schultern, bin wie mit angezogener Handbremse unterwegs.
Im Advent gibt es einen bekannten Satz: „Seht auf und erhebt eure Häupter. Eure Erlösung ist nahe!“ (Lukas 21,28). „Kopf hoch!“ Bei der Gymnastik leuchtet mir das ein, als Trost ist das manchmal äußerst unsensibel dahergesagt. Trauern und viel zu tragen haben, braucht seine Zeit, da gibt es keine schnelle Lösungen.
Das „Kopf hoch“ im Advent ist wohl die Einladung, über das Hier und Jetzt hinauszuschauen, mit dem Beistand Gottes zu rechnen, auf den Sonnenaufgang nach einer langen Nacht zu hoffen – und tun, was möglich ist! Manchmal erinnere ich mich daran bei der Gymnastik am Abend!






