11.12. – Schlimmer geht’s nimmer??

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Es gibt Zeiten, da denkst du: Jetzt reicht’s! Die Handwerker kommen später als versprochen. Beim Einparken touchierst du das Auto der neben dir parkenden Frau. Corona verhindert die Teilnahme am Weihnachtsmarkt. In den Ohren rauscht es verdächtig unangenehm. Die rechte Gipshand verhindert nach wie vor das Schreiben der Weihnachtskarten!

Wie gut, dass ich eine meiner Lieblingsgeschichten wiedergefunden habe: Da ist ein Mann, der es mit seiner Familie (5 Kinder) nicht mehr in seiner Wohnung aushält. So viele Leute auf engem Raum! Alles ist viel zu klein, man geht sich gewaltig auf die Nerven – und an Besuch ist schon lange nicht mehr zu denken. Der Mann geht in seiner Not zu einem weisen Rabbi und bittet ihn um Rat.

„Du hast doch eine Ziege. Nimm die für eine Woche mit in eure Wohnung und dann kommst du wieder und erzählst mir, was das mit euch gemacht hat!“ – „Das meinst du doch nicht im Ernst, Rabbi!“ – „Doch, das meine ich im Ernst. Versuch’s einfach!“ Nach einer Woche ist der Mann samt Familie total am Ende. „Wir halten das nicht mehr aus in diesem Gestank! Was hast du uns bloß angetan?“ – Der Rabbi sagt: „Gut, dann bring die Ziege jetzt wieder auf die Wiese und komm in einer Woche wieder.“

Eine Woche später steht ein fröhlicher, glücklicher Mann vor dem Rabbi: „Stell dir vor: Kein Ziegengestank und keine Köttel. Wir haben Platz, genießen unser Zuhause und unsere Familie. Das Leben ist herrlich!“

Wenn die „Ziege“ nicht mehr da ist – was immer das heißt – dann sind wir dankbar und zufrieden. Dann ist der „halbe Mond rund und schön“. Dann freuen wir uns auch über das nicht perfekte, über die kleinen wertvollen Momente des Advents, darüber, dass wir einander haben! Wir sehen alles aus einem anderen Blickwinkel.