Funktionieren ist zu wenig

Wenn du vernünftig bist, erweise dich als Schale und nicht als Kanal, der fast gleichzeitig empfängt und weiter gibt, während jene wartet, bis sie erfüllt ist. Auf diese Weise gibt sie das, was bei ihr überfließt, ohne eigenen Schaden weiter…

Lerne auch du, nur aus der Fülle auszugießen und habe nicht den Wunsch freigiebiger zu sein als Gott. Die Schale ahmt die Quelle nach. Erst wenn sie mit Wasser gesättigt ist, strömt sie zum Fluss, wird zur See. Die Schale schämt sich nicht, nicht überströmender zu sein als die Quelle…

Ich möchte nicht reich werden, wenn du dabei leer wirst. Wenn du nämlich mit dir selbst schlecht umgehst, wem bist du dann gut? Wenn du kannst, hilf mir aus deiner Fülle, wenn nicht, schone dich.

Bernhard von Clairvaux (1090-1153)

Der Regenbogen

Als Noah die Arche verlassen und wieder Boden unter den Füßen hatte, baute er einen Altar und dankte Gott für alle Bewahrung. Und Gott bereute, dass er mit der großen Flut so viel Leben vernichtet hatte.

Er versprach: „Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht!“

Die Menschen werden sich nicht ändern. Auch 2020 werden Machthaber drohen, twittern, aufrüsten und unberechenbar sein. Ihnen ist einiges zuzutrauen. Es wird auch weiterhin Kriege, Kräche, Katastrophen geben, im öffentlichen und privaten. Wozu der Mensch in der Lage ist, hören wir Tag für Tag in den Nachrichten.

Und jetzt kommt’s: Gott hat sich geändert nach der Geschichte mit der großen Flut. Er steht zu den Menschen, so, wie sie sind. Komme, was da wolle. Auch in Zukunft werden wir die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, wenn wir hören, was Menschen alles anstellen.

„Meinen Bogen habe ich gesetzt in die Wolken. Der soll das Zeichen sein des Bundes zwischen mir und allem, was lebt!“ Jeden Regenbogen werden wir bestaunen als Zeichen des Himmels – obwohl schon kleine Kinder, die regelmäßig „Die Sendung mit der Maus“ schauen, ganz sachlich erklären können, wie ein Regenbogen entsteht.

Der Regenbogen ist ein starkes Symbol. Gott meint es gut mit uns – trotz allem, was war und ist. Es ist nicht alles gut, aber das soll nicht das letzte Wort haben. Der Bogen möge eine Brücke sein zwischen unserer Hoffnung und der Wirklichkeit, die wir vorfinden. Zwischen dem Nachlassen der Kräfte und dem sich trotzdem getragen wissen. Zwischen unserem Leben, das ist, wie es ist – und der Gnade Gottes, die alles umfängt.

Jeder Regenbogen erinnert uns daran: So bunt, so voller Hoffnung, Mut und Trost kann das Leben sein mit Gott an unserer Seite.

Was Hänschen nicht lernt ….

Doch, der Hans kann eine Menge dazulernen. Auch mit 60, 70, 80. Er kann offen sein für etwas Neues, Gewohnheiten ändern, neue Menschen kennenlernen.

Über 100 Milliarden Nervenzellen in unserem Gehirn ist einiges zuzutrauen. Mundharmonika spielen, den „herabschauenden Hund“ beim Yoga entdecken oder im Garten eine Kräuterspirale anlegen.

Eine 80-jährige hat den ersten Fallschirmsprung ihres Lebens gewagt und genossen. Ich habe Freude daran, mich an Podcasts und WhatsApp heranzuwagen.

Dem Hans stehen viele Türen offen. Und es hält ihn jung, wenn er neugierig bleibt auf alles, was das Leben für ihn bereit hält. Schreiben Sie doch mal im Gästebuch, welches ihre Neu-Entdeckungen in 2020 waren.

Glauben

Präses Annette Kurschus:

„Es ist ja nicht so, dass der Glaube immer schon Vertrauen und Gewissheit und kluge Antworten bei sich hätte.

Im Gegenteil: Gerade der Glaube ist oft ein wackeliges Unterwegssein, ein zweifelndes Suchen.

Er bleibt angewiesen auf die Quelle, die er nicht selbst zum Sprudeln bringt. Er braucht immer neu einen Tisch, den er nicht selbst gedeckt hat.“

Birnen mit Schafskäse

Zutaten:

1 Dose Birnen, 1 Schafskäse, 1 Knoblauchzehe, 2EL Honig, 3 EL Olivenöl, Oregano

Zubereitung:

Birnen in Spalten schneiden. In einen flachen Behälter legen. Schafskäse darüber bröseln. Honig, Öl und Oregano mit etwas Birnensaft verrühren und darüber gießen.

Über Nacht in den Kühlschrank stellen.

Nudeln mit Kürbisragout

Zutaten:

500 g Nudeln (Penne oder Bandnudeln), 1/4 Kürbis (in kleine Stücke geschnitten), 50 g Butter, 1 Zwiebel (gehackt), 1 Knoblauchzehe (gepresst), 1 Becher Schwand, Salz, Pfeffer, Cayenne-Pfeffer, 1 Bund Salbei

Zubereitung:

Salbei in Butter braten. Herausnehmen und zur Seite stellen. In der Butter Zwiebel, Knobi und Kürbiswürfel weich dünsten. Salbei und Schmand hinzufügen und mit Salz, Pfeffer und Cayenne-Pfeffer würzen.

Blitzbrot à la Elsbeth

Zutaten:

250 g Dinkelmehl, 250 g Weizenvollkornmehl, 450 ml Wasser, 1 Päckchen Hefe, 75 g Sonnenblumenkerne, 75 g Sesamöl, 2 Teelöffel Salz, 2 EL Zitrone oder Essig

Zubereitung:

Hefe mit dem Wasser verrühren, dann mit den anderen Zutaten vermengen und in eine Form geben. In den kalten Backofen stellen und 1 Stunde bei 200° backen. Herausnehmen und mit kaltem Wasser bepinseln. Für 10 Minuten in den noch warmen Backofen stellen.

Langzeitwirkung

Das war eine Überraschung vom Allerfeinsten. Die Karte von einer jungen Studentin hat mich eine Woche lang beflügelt.

Nach Abschluss des Studiums hatte sie das Bedürfnis, Menschen zu danken, die sie geprägt und begleitet haben. Wir hatten gar nicht viele Berührungspunkte, aber die wenigen waren wohl wertvoll für sie. So ein Feedback tut gut. Es zeigt, dass viel mehr zwischen Menschen geschieht, als sie wahrnehmen. Oft in Langzeitwirkung.

Christian Morgenstern hat ein schönes Gedicht geschrieben:

Aus stillen Fenstern

Wie oft wirst du gesehen aus stillen Fenstern,

von denen du nichts weißt …..

durch wie viel Menschengeist magst du Gespenstern,

nur so im Geist?

Wenn die Tage jetzt kürzer werden, möchte ich die langen Abende nutzen, um dem einen oder anderen zu sagen, wie viel er mir bedeutet.

Einen Euro für das Sparschwein

Die Kaffeerunde trifft sich regelmäßig. Auf dem Tisch steht ein Sparschwein. Die Frauen haben vor einigen Jahren einstimmig beschlossen: Wer nach Kaffee und Kuchen noch über Krankheiten spricht, der muss einen Euro ins Sparschwein stecken!“

Im Klartext: „Kommt, lasst uns das Thema wechseln. Lasst uns den Krankheiten nicht zuviel Raum geben in unserer Runde. Es gibt doch auch viel Schönes zu erzählen. Etwas, das uns aufbaut!“

Bei manchen Treffen habe ich das ebenso empfunden und fand die Idee originell und konstruktiv. Mittlerweile sehe ich auch das andere: Der Mensch braucht manchmal einen Ort, an dem er über das sprechen kann, was sein Leben gerade beherrscht. der Mensch braucht einen Ort, wo man ihm zuhört, wo andere teilnehmen an dem, was ist! Wozu sind denn Freundinnen oder gute Bekannte da?

Ich wünsche mir für unsere Kaffeerunden, für unsere Feiern im Freundeskreis, für unsere Kirchengemeinden, dass wir einander erzählen können, wie es bei uns und in uns aussieht. Und gleichzeitig: dass wir uns Geschichten erzählen, die Mut machen, die von Weite sprechen, wo gerade Enge ist, die über das Hier und Jetzt hinausgehen – und die auf Gott vertrauen, mitten im Leben, das ist, wie es ist!